Salzburger Molekularbiologe bekämpft Kündigung
Der am 22. März von der Universität Salzburg wegen angeblicher Fälschung von Forschungsergebnissen gekündigte Molekularbiologe bekämpft die Beendigung seines Dienstverhältnisses. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst unterstützt den Wissenschafter und hat beim Arbeits- und Sozialgericht die Kündigung angefochten, bestätigte GÖD-Landesvorsitzender Johann Siller am Donnerstag der APA.
"Wir sind der Meinung, dass die Kündigung, so wie sie die Universität vertritt, nicht gerechtgefertigt ist", so Siller. Der Biologe will mit der Klage die Feststellung eines aufrechten Dienstverhältnisses erreichen, "da die von der Universität Salzburg trotz des Widerspruches des Betriebsrates für das wissenschaftliche Personal ausgesprochene Kündigung wegen einer tatsächlich erfolgten und von mir auch selbst gemeldeten fehlerhaften Angabe in einer wissenschaftlichen Publikation im Hinblick auf meine bisherigen wissenschaftlichen Leistungen nach dem Arbeitsverfassungsgesetz unberechtigt erfolgt ist", wie er über seinen Anwalt mitteilte.
Auslöser der Kündigung waren US-Wissenschafter, die in einer Fachzeitschrift den Vorwurf der Datenmanipulation erhoben und auch die Universität Salzburg brieflich informiert hatten. Sie warfen dem Molekularbiologen vor, wissenschaftliche Berichte über die Struktur von Birkenpollenallergene in Publikationen manipuliert zu haben. Rektor Heinrich Schmidinger wandte sich daraufhin an die Agentur für wissenschaftliche Integrität in Wien, die das wissenschaftliche Fehlverhalten bestätigte. Zugleich erstattete der Biologe laut Schmidinger Selbstanzeige und räumte die Fälschungsvorwürfe ein.
Mit 22. März kündigte daraufhin der Rektor den Wissenschafter. Der Biologe ist für seine Forschungsarbeiten an der Struktur von Molekülen allergener Substanzen bekanntgeworden. Dafür hat er auch ein mit 1,7 Millionen Euro dotiertes Marie-Curie-Stipendium erhalten.










