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    Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 11:13 UhrKommentare

    Schwuler Pfarrgemeinderat in Kaprun voll akzeptiert

    Während in Stützenhofen ein Pfarrer wegen eines homosexuellen Pfarrgemeinderates auf diese Pfarre verzichten will, hat man in Kaprun mit einem Pfarrgemeinderat, der ebenfalls in eingetragener Partnerschaft mit einem Mann lebt, kein Problem.

    Die Pfarre in Stützenhofen: Der Ort der Aufregung

    Foto © APADie Pfarre in Stützenhofen: Der Ort der Aufregung

    Markus Casna (44) ist seit elf Jahren Pfarrgemeinderat in Kaprun im Salzburger Pinzgau, seit 19 Jahren lebt er mit seinem Partner zusammen. "Meine Homosexualität ist bei uns kein Problem und auch kein Thema", sagte der Leiter des Kirchenchors am Mittwoch im APA-Gespräch. Die Leute im Ort wüssten über seine Homosexualität Bescheid, und auch Pfarrprovisor Michael Blassnigg (51) stehe zu ihm. Dass der Pfarrer von Stützenhofen (NÖ) die Pfarre wegen eines neu gewählten, homosexuellen Pfarrgemeinderates verlässt, empfinden Casna wie auch Blassnigg als zwischenmenschliches Problem. "Vor Gott sind ja alle Menschen gleich", betonte Casna.

    Akzeptiert und integriert

    Der Werbefachmann sieht sich in dem 3.000-Einwohner-Ort Kaprun voll integriert und akzeptiert. Er hat seine Beziehung zu seinem Freund vor zwei Jahren in einer eingetragenen Partnerschaft besiegeln lassen. Auch bei der Pfarrgemeinderatswahl 2012 war die gleichgeschlechtliche Beziehung kein Hindernis. "Wir haben uns ja schon vor Jahren geoutet. Ich bin heuer zum dritten Mal und an fünfter Stelle gewählt worden, von 16 Kandidaten. Wir sind eine aufgeschlossene Gemeinde, es gibt keine Ressentiments. Pfarrprovisor Blassnigg und auch Pfarramtsleiter Toni Fersterer unterstützen mich. Wir sind eine lebendige Gemeinschaft, bei uns gibt es 60 Ministranten."

    Die Aufgeschlossenheit der Kapruner führt Casna auch auf den Tourismus zurück. Die ganze Welt komme zum Skifahren auf den Gletscher. Vielleicht spiele die Seilbahnkatastrophe vom 11. November 2000 (mit 155 Toten, Anm.) eine Rolle, die Gemeinde habe sich mit tiefgreifenden Problemen auseinandergesetzt und sei dadurch für vieles offener geworden. "Ein Jahr nach dem Unglück waren Pfarrgemeinderatswahlen. Der damalige Dechant - er war 75 Jahre alt - hat zu mir gesagt, er würde mich gerne als Pfarrgemeinderat sehen. Er hat gewusst, dass ich in einer homosexuellen Beziehung lebe. Da habe ich mich überreden lassen", erzählte der 44-Jährige.

    Der Pfarrprovisor von Kaprun hebt das große Engagement hervor, das Casna an den Tag legt. "Er ist kreativ, bringt viel ein, layoutet auch das Pfarrblatt. Er ist ein voll engagierter Mensch, ich muss schauen, dass er sich nicht übernimmt", sagte Blassnigg, Pfarrer von Niedernsill im Pinzgau, zur APA. Casnas Homosexualität stelle für ihn kein Problem dar. Dass der Pfarrer von Stützenhofen, Gerhard Swierzek, gehen will, bezeichnete der Salzburger Seelsorger als harten Schritt sowohl für den Pfarrer auch als für den betroffenen Pfarrgemeinderat. "Wenn man mit Homosexualität nicht umgehen kann, ist es vielleicht das Gescheiteste."

    "Wenn man den Menschen sieht, sieht man anders"

    Zur Entscheidung von Kardinal Christoph Schönborn, die Wahl des homosexuellen Pfarrgemeinderates Florian Stangl (26) in Stützenhofen zu bestätigen, äußerte sich Pfarrprovisor Blassnigg positiv: "Wenn man den Menschen sieht, sieht man anders. Das Kirchenrecht wird sich auch einmal ändern, es dauert halt länger." Und Markus Casna meinte: "Wir brauchen in unserem Leben Regeln, Gesetze, auch Kirchengesetze. Die sollen aber menschlich sein. Die Beichte ist im Mittelalter erfunden worden, das Zölibat ist auch eine Erfindung der römisch-katholischen Kirche."

    Dass Schönborn den Menschen vor das Gesetz stelle, wertete Casna "als massiven Schritt nach vorne für uns alle. Das ist fast ein Ostergeschenk". Die Pfarrerinitiative sei auf einem guten Weg, er sei zuversichtlich, dass der Durchbruch gelinge, auch wenn es noch etwas länger dauern könne. "Wir brauchen auch die Frauen in der Kirche. Vor Gott sind alle gleich. Damit wäre für die Christenheit ja alles geklärt."


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