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Zuletzt aktualisiert: 01.04.2012 um 22:06 UhrKommentare

Die Flamme ist erloschen, die Gefahr nicht

Das Risiko einer Explosion auf der Gasplattform "Elgin" hat sich verringert, die Gefahr ist deshalb aber noch lange nicht vorbei. Experten rätseln, wie das Gas-Leck verschlossen werden könnte - die Optionen klingen unangenehm bekannt.

Foto © APA

Die Flamme über der havarierten Förderplattform des Energiekonzerns Total ist erloschen. Die Gasflamme sei von allein ausgegangen, sagte ein Sprecher des französischen Unternehmens am Samstag. Sie galt als Risiko für eine Explosion der Plattform "Elgin". Das Feuer hätte vor allem dann gefährlich werden können, wenn der Westwind in eine andere Richtung gedreht und das ausströmende Gas zur Flamme getrieben hätte. Aus dem Leck strömt aber weiter Gas ins Freie. Es ist nach Angaben von Total entflammbar und potenziell explosiv, aber nicht giftig.

Total hat inzwischen mit den Vorbereitungen für Entlastungsbohrungen begonnen. Die Arbeiten an zwei anderen Bohrstellen seien eingestellt worden, um genügend Ausrüstung zur Verfügung zu haben. Die Bohrungen, um den Gasstrom aus 4.000 Metern Tiefe umzuleiten, könnten binnen zehn Tagen beginnen, dauerten aber Monate, berichtete die schottische Zeitung "The Scotsman" am Sonntag.

Bekannte Mittel

Außerdem werde weiter die Möglichkeit in Betracht gezogen, das Leck von oben mit schwerem Schlamm zu verstopfen. Dazu müssten aber Arbeiter die Plattform betreten, wo durch einen einzelnen Funken nach wie vor eine Explosion ausgelöst werden kann. Eine Entscheidung war auch am Sonntag noch nicht gefallen, sagte eine Total-Sprecherin am Sonntag. "Die Sicherheit unserer Leute hat oberste Priorität", betonte sie. Der schottische Umweltminister Richard Lochhead zeigte sich zumindest über das Erlöschen der Flamme erleichtert: Dies sei ein "Schlüsselfaktor".

Unterdessen machte sich am Samstag ein Schiff der Umweltorganisation Greenpeace von Cuxhaven aus auf dem Weg zum "Elgin"-Gasfeld. Das Schiff mit mehreren Experten an Bord soll am Montag dort ankommen. Greenpeace will Wasser- und Luftproben nehmen sowie Aufnahmen mit Spezialkameras machen. "Wir wollen uns eine unabhängige Meinung bilden", sagte Fahrtleiter und Meeresexperte Christian Bussau am Samstag. Eine Infrarotkamera soll zeigen, wie viel Gas austritt.

Gas verbrannt

Die Plattform war am vergangenen Sonntag evakuiert worden, nachdem das Gasleck entdeckt worden war. 238 Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Das Leck befindet sich nach Angaben des Unternehmens etwa 25 Meter über der Wasseroberfläche. Täglich strömen 200.000 Kubikmeter Gas aus einem 4.000 Meter unter dem Meeresgrund liegenden Reservoir. Die Menge entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 1.000 Einfamilienhäusern.

Mit der inzwischen verloschenen Flamme war überschüssiges Gas in den Rohrleitungssystemen und Tanks der Plattform abgefackelt worden, um den Druck aus den Rohren zu nehmen. Dieses überschüssige Gas ist jetzt weitgehend verbrannt.


Fakten

Der britische Energie-Staatssekretär Charles Hendry versprach größere Transparenz im Informationsfluss. Die Regierung werde interne Daten bei Unfällen bei Öl- und Gasbohrungen künftig schneller der Öffentlichkeit zugänglich machen, kündigte Hendry am Samstag an.

Bisher werden die Daten jährlich veröffentlicht, in Zukunft solle dies monatlich geschehen.

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