Leck an der Gasplattform: Experten besorgt
Experten zufolge könnte es zu einer Explosion kommen, wenn austretendes Gas mit der Gasfackel in Kontakt kommt. Nun soll ein ferngesteuertes Mini-U-Boot zum Einsatz kommen.

Foto © ReutersDie betroffene Gasplattform
Seit Tagen kämpft der französische Mineralölkonzern Total mit einem Gasleck an einer Bohrplattform in der Nordsee. Die 238 Arbeiter wurden längst in Sicherheit gebracht.
Auch Shell hat Arbeiter von zwei benachbarten Förderinseln abgezogen. Doch die Gefahr für die Umwelt bleibt. Krampfhaft wird überlegt, wie das Bohrloch zu schließen sei, zuletzt war von einer Schlamminjektion die Rede.
Doch bis jetzt ist das Leck noch nicht einmal lokalisiert. Das französische Unternehmen Total hat mittlerweile das Überwachungsschiff "Highland Fortress" in Stellung gebracht, sagte ein Sprecher. Das Schiff verfügt über ein ferngesteuertes Mini-U-Boot, mit dem Unterwasseraufnahmen gemacht werden können.
"Am besten wäre es", hieß es vonseiten des Konzerns, "wenn das Gas von selber aufhören würde auszuströmen." Genau solche Sätze der Hilflosigkeit wecken Erinnerungen an die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zwei Jahren, als BP monatelang vergeblich versuchte, den Ölstrom zu stoppen, um der Umweltkatastrophe Herr zu werden.
Akute Gefahr
Experten warnen davor, dass die Förderplattform "Elgin" vor Schottland explodieren könnte. Die akute Gefahr geht laut Greenpeace aber von der Methanwolke aus, die sich über der Bohrinsel gebildet hat. Methan ist giftig und hoch entzündlich. "Wenn es eine Zündquelle findet, wird es ein Feuer geben", sagte ein Mitarbeiter von Total der BBC Schottland. Doch selbst wenn eine Explosion verhindert werden kann, unbedenklich ist Methangas nicht, auch wenn Total versucht zu beschwichtigen.
Laut Greenpeace ist es für die Umwelt rund 20 Mal schädlicher als Kohlendioxid. Sollte es nicht gelingen, das Gasleck zu stopfen, könne "Elgin" das Klima langfristig stärker belasten als manche Industrienation, sagen Umweltexperten.
Experten aus allen Bereichen des Total-Konzerns beraten darüber, wie das Problem in den Griff zu bekommen sei. Infrage komme eine Entlastungsbohrung, die aber bis zu sechs Monate dauern könne, oder eben die Schlamminjektion - genau diese Wege ging auch BP nach der Explosion der Ölplattform und kämpfte dennoch monatelang mit dem nicht versiegenden Ölstrom. Von einem "Bohrloch der Hölle" sprach unterdessen die norwegische Umweltgruppe Bellona: "Das Problem ist außer Kontrolle geraten."










