Pilgerreise in ein Land, wohin kein Gläubiger pilgert
Papst Benedikt XVI. traf am Montag in Kuba ein, wo ihn eine gemischte Stimmung erwartet. Das KP-Regime will Ruhe um seine Kirchen, Regimegegner hoffen auf Aufmerksamkeit.
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Die heitere Freundlichkeit der Sonneninsel Kuba empfing am Montag Papst Benedikt XVI. bei seiner Ankunft in Kuba. Am Flughafen der Stadt Santiago blieb der Ansturm der Gläubigen wie der der Neugierigen in Grenzen. Nicht aus Desinteresse, aber das Verkehrssystem des in 52 Jahren Kommunismus verarmten Landes lässt nicht mehr zu.
Immerhin ist es schon der zweite Besuch eines Papsts nach jenem von Johannes Paul II. vor 14 Jahren. Das KP-Regime musste zur Kenntnis nehmen, dass auch 50 Jahre Repressalien gegen die Gläubigen nicht verhindern konnten, dass immer noch knapp vier von rund elf Millionen Kubanern Katholiken sind.
Der Papst zelebrierte noch am Montag eine Messe. Anschließend reiste er nach Cobre im Osten der Insel, wo in einer Marienkirche ein Bildnis der Gottesmutter als "geistliches Herz Kubas" verehrt wird. Der 400. Jahrestag dieses Heiligtums ist der Anlass der Papstreise.
Damen in Weiß
Teile der Weltöffentlichkeit erwarten, dass das kommunistisch regierte Land wegen des Papstbesuchs eine gewisse gesellschaftliche Öffnung zulassen könnte. Doch diese Hoffnungen sind nach Meinung informierter Beobachter unangebracht. Auch der Papst selbst scheint in dieser Hinsicht nicht Druck machen zu wollen, zumal der Besuch ausdrücklich als Pilgerreise deklariert ist. Ein Treffen mit Regimekritikern, wie es manche erhofften, ist deshalb nicht vorgesehen, eine offene Äußerung zu dem Thema unwahrscheinlich. Ein Sprecher des Vatikans sagte ausdrücklich, es sollten in dieser Hinsicht "keine Erwartungen genährt" werden.
Die kubanische Führung ihrerseits nährte vor dem Besuch ebenfalls keine Hoffnungen. Wenige Tage vor dem Eintreffen des Papstes wurden nach Angaben von Regimekritikern 70 Dissidenten vorläufig inhaftiert. Unter ihnen sollen 18 "Damen in Weiß" gewesen sein, also Angehörige einer Gruppe von Partnerinnen von Personen, die wiederholt den Repressalien des Castro-Regimes ausgesetzt waren.
Zwischenfall
Kurz vor Beginn der Freiluftmesse in der Stadt Santiago de Cuba ist ein Mann plötzlich in Richtung Tribüne gelaufen und hat Parolen gegen das kommunistische Regime skandiert, berichteten Augenzeugen am Montagabend (Ortszeit). "Nieder mit dem Kommunismus, nieder mit der Diktatur", habe er gerufen. Sicherheitskräfte hätten den Mann festgenommen und abgeführt. Es soll sich um einen jungen Dissidenten gehandelt haben. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bestätigte den "kleinen Zwischenfall".















