Papst Benedikt lauschte den Gesängen der Mariachis
Vor seiner Weiterreise nach Kuba zeigte sich Papst Benedikt XVI. in Mexiko mit Sombrero auf dem Kopf überraschend der Öffentlichkeit. Heute steht Kuba auf dem Programm.

Foto © APA
Papst Benedikt XVI. hat die Mexikaner mit einem abendlichen Gang in die Öffentlichkeit überrascht. Er verließ am Sonntag (Ortszeit) das Colegio Miraflores in León, wo er übernachtete, setzte sich einen weißen Sombrero auf den Kopf und hörte begeistert den auf der Straße musizierenden Mariachis zu.
"Nie bin ich mit solcher Begeisterung empfangen worden", sagte Benedikt vor der jubelnden Menschenmenge. "Jetzt kann ich sagen, dass Mexiko immer in meinem Herzen bleiben wird. Seit vielen Jahren sind meine Gebete nach Mexiko gerichtet, und heute noch viel mehr." Danach segnete er die Menschen und verabschiedete sich mit der Bitte um Verständnis. Er müsse sich ausruhen und auf die Weiterreise nach Kuba am Montag (Ortszeit) vorbereiten.
Weiterreise nach Kuba
Benedikt XVI. wird am Montag unmittelbar nach seiner Anreise in Kuba eine heilige Messe für die Heilige Jungfrau in Santiago de Cuba feiern, am Morgen danach fährt er zu ihrer Wallfahrtsstätte hinaus.
Viele Jahre lang hatte die Statue die Bergbasilika nicht verlassen dürfen. Erst 1998, als Papst Johannes Paul II. die Insel besuchte, bekam er die Erlaubnis, sie vor Tausenden Kubanern in Santiago zu krönen. Zwei große Messen wird Benedikt XVI. auf der Insel halten, die eine in Santiago, die andere auf dem Revolutionsplatz in Havanna. Raul Castro wird Benedikt am Dienstag in jedem Fall im Palast der Revolution in Havanna einen Höflichkeitsbesuch abstatten. Eine Begegnung mit Fidel Castro hingegen ist möglich, wenn sie auch nicht im offiziellen Reiseprogramm aufscheint.
Mit eindringlichen Appellen zur Beendigung der Gewalt war am Sonntag der Mexiko-Besuch des Kirchenoberhauptes zu Ende gegangen. Zum Abschluss am Sonntag feierte der Papst eine Messe mit Hunderttausenden Gläubigen im Bicentenario-Park von León. Dort rief er dazu auf, "Ermüdungserscheinungen" im Glauben zu überwinden. Beim anschließenden Angelus-Gebet verlangte er, Gewalt, Korruption und Macht müssten Liebe und Brüderlichkeit weichen.
Nach seinem umjubelten Mexiko-Besuch reist der Papst am Montag zu seiner mit besonderer Spannung erwarteten Visite in Kuba weiter. In Santiago de Cuba und in der Hauptstadt Havanna will er jeweils eine Messe feiern. Ein Treffen mit Präsident Raul Castro ist geplant, eine Begegnung mit dessen Bruder Fidel nicht ausgeschlossen. Oppositionelle klagten, Sicherheitskräfte behinderten die Teilnahme an den päpstlichen Veranstaltungen.
"Gott will den Tod des Sünders nicht, sondern er will, dass er sich bekehrt und lebt", sagte der Papst in León. An dem Gottesdienst nahmen 250 Kardinäle und Bischöfe aus Lateinamerika teil. Es kamen auch die Kandidaten, die sich am 1. Juli dieses Jahres um die Präsidentschaft bewerben. Benedikt bekräftigte, die Antwort auf Armut, Korruption und Drogenkriege sei eine brüderliche Gesellschaft. Er bete um Trost, Stärke und Hoffnung für die Leidenden, sagte er beim Angelus-Gebet und wandte sich gegen "nutzlose Racheakte und jeden spaltenden Hass".












