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Zuletzt aktualisiert: 22.03.2012 um 05:10 UhrKommentare

Facebook-Foto mit Folgen

Eine Magistratsmitarbeiterin in Klagenfurt fotografierte eine Bürgermeister-Parodie und musste deshalb zum Rapport. Die Begründung: Sie schädige das Ansehen der Stadt.

Inzwischen sind die Plakate weder in der Ostbucht noch auf Facebook zu finden

Foto © KLZInzwischen sind die Plakate weder in der Ostbucht noch auf Facebook zu finden

Die Unbekannten haben sich viel Mühe gemacht. Mit einem aufwendig gestalteten Plakat, das am Wochenende erstmals am Metnitzstrand aufgetaucht ist, machen sich anonyme Kritiker über die Eventpolitik des Klagenfurter FPK-Bürgermeisters Christian Scheider lustig (siehe Foto oben).

Der singende Politiker findet das aber gar nicht lustig, wie eine Mitarbeiterin im Büro von SPÖ-Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz nun erfahren musste. Die junge Frau hatte das Plakat wie hunderte andere Klagenfurter beim Spaziergehen gesehen. Sie fotografierte es mit dem Handy und veröffentlichte das Bild auf ihrer privaten Facebook-Seite. Genau 1155 Personen, mit denen die Klagenfurterin auf der Internet-Plattform verbunden ist, konnten das Foto sehen. Und zumindest einer dieser Facebook-"Freunde" dürfte Alarm geschlagen haben. Die Mitarbeiterin wurde gleich am Montag in das Büro von Magistratsdirektorin Claudia Koroschetz zitiert und aufgefordert, das Bild umgehend zu löschen. Sie würde mit der Veröffentlichung des Plakates das Ansehen der Stadt schädigen, hieß es.

Scheider findet das Vorgehen gegen die Frau, die der Forderung aus Angst vor weiteren Repressalien nachgekommen ist, in Ordnung: "Das Plakat ist lächerlich. Als Bürgermeister bin ich der Dienstgeber der betroffenen Person. Es ist nicht im Sinne der Stadt, dass Mitarbeiter Parteipolitik betreiben." Bei der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten sieht man das anders. Gerade parteipolitische Äußerungen sollten im Sinne der Meinungsfreiheit jedem Bürger gestattet sein. Zudem sei die Betroffene ja auch eine ehemalige SPÖ-Mandatarin. Und, so die Gewerkschaft: Sie habe das Plakat nicht gestaltet oder angebracht, sondern nur fotografiert.

Der Bürgermeister kann die Kritik generell nicht nachvollziehen: "Die SPÖ hat alle Events am Metnitzstrand immer begeistert mitbeschlossen."

GEORG LUX

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