Höchststrafe für Bankräuber: 15 Jahre unbedingt
Höchststrafe von 15 Jahren Haft für Kärntner, der bei Bankraub in Bodensdorf 90.000 Euro erbeutet hat. Es war sein zehnter Überfall. "Er sperrte all seine Opfer ein und traumatisierte sie."

Foto © EggenbergerElf Jahre saß der 50-Jährige im Gefängnis. Zwei Wochen nach der Haftentlassung überfiel er eine Bank
Dieser Mann gehört weggesperrt. Jeder einzelne Tag, den er im Gefängnis verbringt, nützt der Allgemeinheit," sagt Staatsanwalt Helmut Jamnig. Der Angeklagte (50) sei ein Profi. Kriminell, durch, durch. Zehn bewaffnete Raubüberfälle hat der gebürtige Kärntner in Deutschland und Österreich begangen. Neun davon auf Banken. Einer endete mit einer Geiselnahme, weil der bewaffnete Räuber ein Auto kidnappte, in dem eine Mutter und zwei Kinder saßen.
Elf Jahre saß der Kärntner zuletzt in Deutschland im Gefängnis. 14 Tage nach der Haftentlassung beging er wieder einen Raubüberfall. Weshalb er sich Dienstag am Klagenfurter Landesgericht verantworten musste: Der Angeklagte besuchte Anfang Dezember 2011 seine Schwester in Feldkirchen und kundschaftete dabei eine Bank in Bodensdorf aus. "Es gibt keine brutalere Vorgangsweise als seine", betont der Ankläger. Mit Gaspistole und Maske stürmte der Mann in das Geldinstitut, er übersprang ein Kassenpult, bedrohte die Angestellte mit der Waffe und zwang sie den Tresorraum aufzusperren. "Dort steckte er 90.000 Euro in seine Sporttasche und flüchtete", sagt der Ankläger. "Zuvor sperrte er sein Opfer in den Tresorraum." Erst nach einiger Zeit wurde die Frau von einer Kundin befreit, die ihre Hilfeschreie hörte. Das Opfer sagt: "Ich bin seit- dem in psychologischer Betreuung." Eine Begegnung mit dem Täter würde die Frau nicht verkraften. Der Angeklagte wird abgeführt, bevor sie den Zeugenstand muss. Was der Täter mit dieser Frau gemacht hat, ist typisch für ihn, findet der Ankläger. "Er versetzte alle seine Opfer, all die Jahre in Angst, traumatisierte sie, sperrte sie ein und brachte sie in Situationen, die seelisch nicht zu bewältigen sind."
Von Freundin verlassen
Seit 32 Jahren begehe der Angeklagte eine Straftat nach der anderen. Das erste Fahndungsfoto zeigt ihn als jungen Burschen mit Lockenmähne. Heute sitzt ein glatzköpfiger, alternder Mann vor Gericht, blass und gezeichnet vom Leben im Knast. Richter Norbert Jenny hat nur eine Frage: "Warum begingen Sie nach elf Jahren Haft sofort wieder einen Raub?" - "Weil mir meine Lebensgefährtin am Tag der Haftentlassung mitgeteilt hat, dass sie einen anderen hat", sagt der Kärntner.
Wegen der hohen Rückfallgefahr wird er zur Höchststrafe verurteilt: 15 Jahre unbedingte Haft. Der Verteidiger meldet Berufung gegen die Strafhöhe an.











