Psychotherapie-Akten samt Diagnosen im Altpapier
40 Aktenordner mit Psychotherapie-Honorarnoten inklusive Patientennamen und Diagnosen sind am Wochenende offen in einem Altpapiercontainer am Alsergrund gelegen. Vom Vorstand heißt es: "Das war unsere Putzfrau. Sie hat einen Fehler gemacht".

Foto © APAkten lagen offen im Altpapiercontainer
Die Wiener Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung (WGPV) in Wien-Alsergrund hat laut einem Bericht der Zeitung "Der Standard" tausende Honorarnoten von Psychotherapien mit ausgeschriebenem Namen und Krankheitsbildern der Patienten einfach im Müllcontainer entsorgt. Der Vorstand Heinz Laubreuter bestätigt das gegenüber dem Medium - allerdings schränkte er ein: "Das war unsere Putzfrau. Sie hat einen Fehler gemacht."
Rund 40 prall gefüllte rote Aktenordner nahmen fast den ganzen Platz in den Mistkübeln ein. Wer in dem Ordner blätterte, stieß auf höchst Brisantes: Auf alphabetisch geordnete Original-Honorarnoten von Wiener Psychotherapeuten zur Abrechnung der Psychotherapie auf Krankenschein in den Jahren 2003, 2004 und 2005 - insgesamt mehrere Tausend Stück.
Neben der Bankverbindung des Behandlers weist jede Honorarnote den ausgeschrieben Namen des jeweiligen Patienten auf, dessen Sozialversicherungsnummer und die Diagnose. Diese ist meist in Ziffern verklausuliert, nach dem internationalen Verzeichnis der Krankheiten, ICD-10 - das aber etwa im Internet frei zugänglich ist. Manchmal ist das Krankheitsbild zusätzlich auch in voller Länge vermerkt: "Herr X. X., Kleptomanie, ICD-10: F 63.2" oder "Frau N. N., Anorexia nervosa (Anm.: Magersucht), ICD-10: F 50.1" stand dann da.
Die Sicherheitsbestimmungen sind laut Datenschutzgesetz durch die Verein "grob verletzt worden", so der Datenschutzexperte Hans G. Zeger im "Standard". Derartige Unterlagen müssten so vernichtet werden, dass kein Dritter Einsicht bekommt, etwa im Reißwolf oder durch eine darauf spezialisierte Firma.











