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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2012 um 20:05 UhrKommentare

Schmerz und Wut bei Verhandlung zu Costa Concordia

Foto © APA

Sieben Wochen nach der Havarie der "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio ist es in der toskanischen Stadt Grosseto am Samstag zu einem Massenandrang bei der ersten gerichtlichen Anhörung gekommen. Hunderte Menschen, darunter Anwälte, Experten und Überlebende, beteiligten sich an der Vorverhandlung zur Beweissicherung, die wegen der Menschenmenge in einem Theater stattfand.

Die ermittelnden Staatsanwälte haben bei der Anhörung die Vorwürfe gegen Schiffskapitän Francesco Schettino erhärtet. Die Staatsanwälte der toskanischen Stadt Grosseto werfen dem 52-jährigen Kapitän zusätzlich vor, gravierende Umweltschäden in einem Meerschutzgebiet angerichtet zu haben. Sie werfen Schettino auch fahrlässige Tötung, Schiffbruch und Verlassen des Schiffes vor, obwohl sich noch Passagiere an Bord befanden. Außerdem wurden Gutachter ernannt, die die Blackbox des havarierten Schiffes überprüfen sollen. Sie haben drei Monate Zeit, um die Blackbox zu überprüfen.

Wegen fahrlässiger Tötung drohen Schettino 15 Jahre Haft. Für Schiffbruch beträgt der Strafrahmen zehn Jahre Haft. Dazu drohen Haftstrafen, weil die Passagiere an Bord angeblich sich selbst überlassen wurden. Angeklagt sind auch drei Manager der Reederei Costa Concordia, darunter ein Oberösterreicher. 25 Personen sind beim Unglück ums Leben gekommen, weitere sieben werden noch vermisst.

Schettino, der sich unter Hausarrest in seiner Wohnung unweit von Neapel befindet, erschien nicht vor Gericht. Sein Mandant müsse um seine Sicherheit fürchten, betonte sein Verteidiger Bruno Leporatti. Auch die anderen acht Personen, gegen die noch Ermittlungen laufen, zeigten sich nicht in Grosseto. Zu ihnen zählt auch Vizekapitän Ciro Ambrosio, der Schettino gegenüber auf Distanz geht. Ambrosio berichtete in Aussagen vor den ermittelnden Staatsanwälten, Schettino habe den Offizieren befohlen, die Küstenwache anzulügen und zu behaupten, dass an Bord des Schiffes alles unter Kontrolle sei. Überdies habe Schettino an dem Abend nicht wie üblich seine Brille getragen, als er das Kommando auf der Brücke übernahm, behauptete Ambrosio.

Quelle: APA

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