Österreichischer Manager im Visier der Ermittler
Nach der Havarie der Costa Concordia gerät nun auch der österreichische Vizepräsident der Schiffseignerin Costa Crociere ins Visier der Ermittler. Er wurde bereits am 7. Feber von den Staatsanwälten befragt.

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Die Staatsanwälte der toskanischen Stadt Grosseto, die nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" ermitteln, werfen dem österreichischen Vizepräsidenten der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, dem Betreiber des verunglückten Schiffes, Mängel bei der Koordinierung der Rettungsaktion an Bord des Schiffes vor. Der gebürtige Ennser soll Kapitän Francesco Schettino "keine angemessene Lösungen" bei der Bewältigung des Notstands vorgeschlagen haben, verlautete aus toskanischen Justizkreisen. Er habe außerdem die Hafenbehörde in der toskanischen Stadt Livorno nicht klar über die Zustände an Bord informiert.
Der Oberösterreicher, der für die technischen Operationen der gesamten Costa-Flotte zuständig ist, war in der Nacht des Schiffbruches in telefonischem Kontakt mit Bordoffizier Manrico Giampietroni gewesen, der mehrere Menschenleben gerettet hatte und 36 Stunden nach der Havarie lebend aus dem Schiff geborgen wurde. Der Manager war bereits am 7. Februar von den ermittelnden Staatsanwälten befragt worden, berichteten italienische Medien. Er gilt als Veteran in der Kreuzfahrt-Branche. Bei mehreren großen Reedereien war er im Spitzenmanagement tätig.
Ermittlungen wurden auch gegen den Chef des Krisenstabs der Costa Concordia, Roberto Ferrarini, gegen Flotten-Inspekteur Paolo Parodi, sowie gegen vier Offiziere, die sich an Bord der Kommandobrücke befanden, als sich das Unglück ereignete, aufgenommen. Sie werden beschuldigt, Kapitän Schettino nicht darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass sich das Schiff bei einer Geschwindigkeit von 15 Knoten der Insel Giglio zu stark genähert hatte. Bisher waren lediglich Ermittlungen gegen Schettino und gegen den Offizier Ciro Ambrosio aufgenommen worden. Schettino befindet sich zurzeit unter Hausarrest.
Nachdem Taucher am Mittwoch acht Leichen in dem überfluteten Teil des Kreuzfahrtschiffes gefunden haben, wurden am Donnerstag die Arbeiten zur Bergung von vier Toten aufgenommen, die noch nicht geborgen worden waren. Vier Leichen wurden im Lift des Decks 4 entdeckt. Zu den Opfern, die gefunden wurden, zählt ein fünfjähriges italienisches Mädchen. Sieben Personen werden noch vermisst. Wegen der Bergung der Leichen wurden die Arbeiten zum Abpumpen des Öls im Wrack suspendiert. Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio havariert.











