Weitere Leichen aus Costa Concordia geborgen
Im überfluteten Teil des gekenterten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" wurden mehrere Leichen gefunden, darunter die eines fünfjährigen italienischen Mädchens. Damit steigt die Zahl der geborgenen Opfer des Unglücks vom 13. Jänner auf 21.

Foto © ReutersCosta Concordia
Bergungsteams haben im überfluteten Teil der gekenterten "Costa Concordia" mehrere Leichen gefunden. Das teilte der Krisenstab auf der Insel Giglio mit. Drei von vier Leichen, die Rettungsteams jetzt im Schiff gefunden haben, sind am Mittwoch bereits geborgen worden. Bei der dritten Leiche handelte es sich um einen Mann, berichteten italienische Medien. Bisher waren die Leiche eines fünf Jahre alten Mädchens aus Italien, Dayana Arlotti, das mit seinem Vater auf Kreuzfahrt war, und jene einer Frau geborgen worden. Eine weitere Leiche musste noch geborgen werden. Die Zahl der Toten hat sich damit auf 21 erhöht, elf Menschen gelten nach dem Unglück am 13. Jänner als vermisst.
Dayanas Schicksal bewegte ganz Italien
Die Leichen im Wrack der "Costa Concordia" wurden unweit von Deck 4 entdeckt. Dieser Teil des Schiffes war von den Bergungsteams bisher noch nicht durchsucht worden. Die Suche nach den Vermissten war zuletzt wegen der besseren Wetterlage nach einer mehrtägigen Pause wieder aufgenommen worden.
Die Rettungsmannschaften teilten mit, dass sich unter den Leichen jene der fünfjährigen Dayana Arlotti befindet, die so wie ihr Vater William seit dem Unglück als vermisst galt. Ihr Schicksal hat ganz Italien bewegt. Dayanas Mutter - die Eltern waren geschieden - hatte im italienischen Fernsehen immer wieder an Passagiere appelliert, ihr allfällige Berichte über ihre Tochter zukommen zu lassen.
Sechs Wochen nach der Havarie vor der toskanischen Küste läuft das Abpumpen des Treibstoffes aus dem Wrack auf Hochtouren. Die Fachleute des niederländischen Spezialunternehmens Smit Salvage entfernen derzeit das Öl aus neun Tanks, die sich im hinteren Teil des Schiffes befinden. Die Einsatzkräfte wollen das günstige Wetter nutzen, um so rasch wie möglich die Arbeit abzuschließen. Für das Abpumpen waren 28 Tage angesetzt worden. Das Schiff sei stabil und bewege sich pro Stunde lediglich um etwa zwei Millimeter.
Drittel nahm Entschädigung an
Inzwischen haben ein Drittel der Passagiere, die sich an Bord des havarierten Schiffes befanden, die Entschädigung in Höhe von 11.000 Euro angenommen, die die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber der verunglückten Costa Concordia, angeboten hat. Das entspricht insgesamt 1.100 Personen. Die Frist für die Einreichung der Entschädigungsforderungen wurde bis 31. März verlängert.
Costa Crociere hat 11.000 Euro pauschalen Schadensersatz pro Person geboten. 3.000 Euro wurden als Rückerstattung für die Reisekosten der Heimfahrt angeboten. Das Angebot betrifft Überlebende, die ohne Blessuren davonkamen. Für Verletzte und Hinterbliebene der - vermutlich 32 - Todesopfer gibt es andere Angebote.











