Kärntner neuer Chef der Innsbrucker Kinderklinik
Die Innsbrucker Kinderklinik war in jüngster Zeit schwerer Kritik ausgesetzt. Nun bekommt das Krankenhaus einen neuen Chef. Der gebürtige Villacher Gerhard Gaedicke wird den Posten übernehmen.

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Die in den vergangenen Monaten nach Behandlungsfehlern schwer in die Kritik geratene Innsbrucker Kinderklinik bekommt einen neuen Direktor. Der gebürtige Villacher und langjährige Chef der Allgemeinen Pädiatrie an der Charite in Berlin, Gerhard Gaedicke, wird den Posten am 19. März übernehmen, kündigte der Rektor der Medizinischen Universität, Herbert Lochs, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Innsbruck an. Der 67-Jährige pensionierte Mediziner habe einen Vertrag unterschrieben, der "bis zu fünf Jahre" laufe, erklärte Lochs.
"Bis zu fünf Jahre" deshalb, weil nach rund einem Jahr voraussichtlich bereits die "Gaedicke-Nachfolge" ausgeschrieben werde, erläuterte Lochs. Man werde jedenfalls gemeinsam mit Gaedicke entscheiden, wann genau die Neuausschreibung des Postens vonstattengehe. Die Ausschreibung erfolge verzögert, um im Zuge der vereinbarten Strukturreform an der Kinderklinik das "Zusammenwachsen" der Kliniken zu ermöglichen. Die Umstrukturierung wird laut Lochs nach den noch ausstehenden Beschlüssen des Ministeriums und der Tiroler Landesregierung Mitte März formell umgesetzt sein. Im Zuge der Reform würden die pädiatrischen Kliniken 1 und 2 zusammengeführt und es statt bisher zwei nur mehr einen Chef geben.
Der neue Direktor, der bei der Pressekonferenz nicht anwesend war, betrete in Innsbruck kein Neuland, meinte Lochs. Gaedicke sei mit der Situation bestens vertraut, schließlich könne man ihn als einen der Architekten der neuen Struktur an der Klinik bezeichnen. Der gebürtige Villacher war laut dem Rektor in der Vergangenheit zurate gezogen worden, um die Kinderklinik zu evaluieren und die Struktur in Absprache mit den Mitarbeitern zu erarbeiten. Zudem habe er schon einmal die Zusammenführung von mehreren pädiatrischen Kliniken geleitet, indem er sich einst für die Fusion der West- und Ostberliner Universitätskinderkliniken zum gemeinsamen "Otto-Heubner-Centrum für Kinder und Jugendmedizin" verantwortlich gezeichnet habe, argumentierte Lochs.
Gaedicke, geboren am 16.4. 1944 in Villach, wuchs in Hamburg auf, wo er sein Medizinstudium absolvierte und 1970 promovierte. Er war unter anderem Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin Göttingen, bevor er 1978 die Facharzttätigkeit an der Universitätskinderklinik Ulm aufnahm und dort schließlich bis 1991 als leitender Oberarzt fungierte. Mit Übernahme des Lehrstuhls für Kinderheilkunde an der Charité 1993 verantwortete Gaedicke als Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie unter anderem den Aufbau der Forschungsstruktur.











