Integrierte Familie fürchtet Abschiebung
Nach sechs Jahren in Kärnten bangt eine kosovarische Familie um ihren Verbleib. Nachdem schon die Ausweisung beantragt wurde, schritt die evangelische Kirche ein.

Foto © Puschitz
Ich kann das Wort Kosovo nicht mehr hören. Ich möchte hier bleiben." Man kann Sheriden B. den Stress ansehen, dem sie seit drei Monaten ausgesetzt ist. Nervös und gehetzt sind ihre Blicke, fürs Foto kommt ihr kein Lächeln über die Lippen. Die 41-jährige Kosovarin hat im November letzten Jahres einen negativen Asylbescheid erhalten, Mitte Jänner wurde ein humanitärer Aufenthalt abgelehnt. Seitdem fürchtet sie, mit ihrem 12-jährigen Sohn abgeschoben zu werden.
Für Lirim würde eine Welt zusammenbrechen. Er war sechs Jahre, als er gemeinsam mit seiner Mutter vor dem gewalttätigen Vater flüchtete. Im Kosovo konnte Sheriden nicht mit Hilfe rechnen, die Polizei wollte nicht glauben, dass sie und ihr Sohn vom Vater misshandelt wurden. Deshalb flüchtete sie nach Österreich - illegal, sie hatte keinen Pass. Von Traiskirchen wurde die kleine Familie dann nach Kärnten geschickt, sie wohnten bis vor Kurzem in Treffen. Lirim besuchte zuerst die Volksschule, dann die Hauptschule in Villach, lernte perfekt Deutsch und schloss Freundschaften.
Ziviler Widerstand
Dienstag rief Superintendent Sauer zur Unterschriftenaktion für die Familie auf: "Wir signalisieren damit, dass wir derartige Entscheidungen infrage stellen und zu zivilem Widerstand aufrufen." Der sei nicht notwendig, heißt es aus dem Flüchtlingsreferat, die Abschiebung sei noch "meilenweit entfernt". Flüchtlingsreferent Gernot Steiner will zwar kein vorschnelles Urteil treffen, dennoch: "Nach Einschätzung - ohne Aktengrundlage - denke ich nicht, dass eine Mutter mit Kind abgeschoben wird, sofern alle Kriterien für einen humanitären Aufenthalt erfüllt sind."











