Wie 200 Menschen einen Flughafen lahmlegen
Eine kleine Gruppe von Mitarbeitern behindert mit ihrem Streik den Flugverkehr am Drehkreuz Frankfurt massiv: Nur 200 Menschen legen den größten Flugplatz Europas weitgehend lahm. Wer sie sind, wie das funktioniert - und was sie wollen.

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Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) spricht von etwa 200 Beschäftigten, die in der Vorfeldkontrolle, der Vorfeldaufsicht und der Verkehrsplanung der Fraport angestellt sind. Sie sind auf dem genau abgegrenzten Vorfeld für den Flugzeugverkehr am Boden zuständig.
Die VORFELDKONTROLLEURE oder auch Vorfeldlotsen sitzen mit im Tower und übernehmen die Flieger von den Lotsen der Flugsicherung, sobald die gelandeten Jets den Bereich der Lande- und Startbahnen verlassen haben. Sie behalten die Kontrolle, solange die Flieger am Boden sind und geben sie erst wieder ab, wenn sie in den Bereich der Startbahn rollen. Die Kontrolleure sind keine vollausgebildeten Fluglotsen, haben aber eine interne Spezialausbildung durchlaufen und in der Folge auch eine sicherheitsrelevante Lizenz. Sie führen die Piloten zu den Vorfeld- oder Gate-Positionen. Sie verdienen bisher zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.
Die Beschäftigten der VORFELDAUFSICHT sitzen beispielsweise in den "Follow-Me-Wagen", die die Jets durch das Flughafengewirr leiten. Sie steuern auch die "Pushbacks" der Jets, also das Zurückschieben von den Terminalpositionen durch riesige Schlepper. Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bisher sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.
Die VERKEHRSZENTRALE plant und koordiniert den komplexen Flugzeugverkehr am Boden. Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bisher verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52 000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.
Eigene Vorfeldkontrollen gibt es an den Flughäfen in Dresden, Hamburg, München, Frankfurt und künftig auch in Berlin. An den übrigen Flughäfen wird die Aufgabe von den Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) miterledigt.
Features
Ausfälle
Der erneute Streik am Frankfurter Flughafen wirkt sich auch auf Flüge in Österreich aus. Die Lufthansa musste heute bereits je drei Hin- und Retourflüge zwischen Österreich und Frankfurt stornieren. Betroffen sind die Flughäfen in Wien, Graz und Linz.
Bei der AUA und Fly Niki hat es bisher keine Ausfälle gegeben. Allerdings könnte es zu Verspätungen kommen, wie ein Sprecher der AUA gegenüber der APA sagte. Er rät den Passagieren, sich rechtzeitig auf der Homepage oder im Callcenter zu informieren.
Die Lufthansa musste in Summe etwa 200 innereuropäische Flüge stornieren. Eine Liste mit den betroffenen Strecken findet sich auf der Unternehmens-Homepage.











