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Zuletzt aktualisiert: 19.02.2012 um 09:41 UhrKommentare

Eine Million lebt am Abgrund

Rund eine Million Österreicher sind laut Statistik Austria arm oder ständig gefährdet, in die Armut abzurutschen. Allein 313.000 Menschen können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. "Armut ist ein Stück Realität in Österreich" betont Michael Landau, Direktor der Caritas Wien.

Foto © Fotolia/Zhenikeyev

Rund eine Million Österreicher sind laut Statistik Austria arm oder ständig gefährdet, in die Armut abzurutschen. Den Betroffenen fehlt oft das Geld für alltägliche Notwendigkeiten, wie Heizmaterial, Kleidung und kleinere Reparaturen. 313.000 Menschen können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. "Unsere Erfahrungen in den Beratungsstellen bestätigen eines ganz deutlich: Armut ist ein Stück Realität in Österreich, und Armut ist vielfach unsichtbar", betonte Michael Landau, Direktor der Caritas Wien.

Zu den am meisten von Armut betroffenen Gruppen gehören Ein-Eltern-Haushalte und Haushalte mit langzeitarbeitslosen Personen, alleinlebende Frauen ohne Pension und Menschen mit Migrationshintergrund ohne Staatsbürgerschaft. Mehr als die Hälfte dieser Haushalte können es sich nicht leisten eine größere Anschaffung zu tätigen. Für ein Drittel ist es nicht möglich, Freunde oder Familie ein Mal im Monat zum Essen einzuladen.

"Diese Menschen schämen sich für ihre Lage und haben Angst vor sozialer Ausgrenzung. Sie genieren sich oft, Hilfe anzunehmen, und so bitten viele erst um Unterstützung, wenn ihnen die Probleme über den Kopf wachsen und sie für sich selbst nicht mehr weiter wissen. Eltern tun oft alles damit ihre Kinder so wenig wie möglich von den finanziellen Sorgen spüren. Die Realität der Menschen hat mit der vielzitierten sozialen Hängematte nichts zu tun, sondern ist von permanenter Sorge und Stress geprägt", so Landau.

Bei einem Drittel jener, die sich an die Caritas Sozialberatungsstellen der Erzdiözese Wien wenden, stehen nach Abzug der Fixkosten weniger als vier Euro pro Tag zur Verfügung. Dieser Betrag muss für Lebensmittel, Windeln, Babynahrung oder Kleidung reichen. Landau: "Der Großteil der Aushilfen, die wir ausbezahlen - und dabei handelt es sich praktisch ausschließlich um Spendengelder - entfallen auf offene Rechnungen bei Miet- und Energiekosten."

Quelle: APA

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