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    Zuletzt aktualisiert: 17.02.2012 um 22:18 UhrKommentare

    Ehepaar kämpft um die Staatsbürgerschaft für Tochter

    Ein Ehepaar aus Kärnten beantragte erfolglos Staatsbürgerschaft für sein Baby. Der Antrag wurde abgelehnt, weil es von einer US-Leihmutter geboren wurde.

    Die glücklichen Eltern aus Österreich mit ihrer Tochter, die Amerikanerin sein muss

    Foto © WeichselbraunDie glücklichen Eltern aus Österreich mit ihrer Tochter, die Amerikanerin sein muss

    Die Freude im Haus der Familie Gerss-Appelt in Wernberg bei Villach währte nur kurz. Grund der Freude war ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vor einigen Wochen gewesen, nach dem Kindern von Österreichern die Staatsbürgerschaft zuerkannt werden muss, auch wenn sie im Ausland von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurden. Ein Wiener Ehepaar hatte geklagt, weil das Innenministerium seinem Kind die Staatsbürgerschaft verweigert hatte. Mit der Begründung, dass nach österreichischem Recht jene Frau die Mutter ist, die das Kind auf die Welt gebracht hat und Leihmutterschaft in Österreich verboten ist.

    Die Verfassungsrichter sahen es aber anders. Es sei "Willkür geübt" worden und das Wohl des Kindes außer Acht gelassen worden, erklärten sie.

    Kurze Hoffnung

    Das Ehepaar Gerss-Appelt, dessen vier Monate alte Tochter ebenfalls in den USA von einer Leihmutter auf die Welt gebracht wurde, atmete auf. "Wir haben gehofft, dass unsere Tochter, die amerikanische Staatsbürgerin ist, nun auch endlich die österreichische Staatsbürgerschaft bekommt und wir nicht jedes Jahr um eine Aufenthaltsgenehmigung ansuchen müssen. Sie ist ja das Kind von zwei Österreichern", zeigt sich der Chemiker Matthias Gerss enttäuscht über die knappe Antwort der Kärntner Landesregierung. "Derzeit ist kein Staatsbürgerschaftsnachweis im Fall Gerss auszustellen. Wie die Problematik der Leihmutterschaft im Staatsbürgerschaftsgesetz Berücksichtigung finden kann, wird derzeit im Innenministerium und im Justizministerium behandelt", wird die Ablehnung begründet.

    Der Chemiker will allerdings nicht mehr länger warten: "Wir wollen nicht abwarten, bis da Ministerialräte vielleicht nach Jahren zu einer Meinung kommen. Wir haben erwartet, dass wir einen DNA-Test machen müssen, um nachzuweisen, dass unsere Tochter das Kind meiner Frau und von mir ist, aber dass wir so abgefertigt werden, können wir nicht verstehen. Wir werden jetzt vor Gericht kämpfen."

    CARINA KERSCHBAUMER

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