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Zuletzt aktualisiert: 14.02.2012 um 19:59 UhrKommentare

Nach Liftsturz: Diskussion um Kontrollfahrten

Hätte der Unfall einer Ungarin auf dem Mölltaler Gletscher verhindert werden können? Betreiber sehen Nutzer in Verantwortung.

Foto © Alpinpolizei

Im Klinikum Klagenfurt erholt sie sich von den Strapazen der vergangenen Tage und kuriert ihre Verletzungen am ganzen Körper aus - jene Ungarin (33), die am Freitag auf dem Mölltaler Gletscher trotz Absperrung auf einen Sessellift stieg, der kurz darauf abgeschaltet wurde. Nach zwei Stunden in eisiger Kälte versuchte die Frau über das Seil zurückzurobben, stürzte jedoch ab. Im Exklusivinterview mit der Kleinen Zeitung sprach die Frau am Dienstag von einem "Riesenfehler" und einer Kurzschlussreaktion, die ihr sehr leidtut.

"Der andere Lift fährt auch länger, deshalb habe ich gedacht, dass sich das schon noch ausgeht", sagt die 33-Jährige. Faktum ist, dass sie ein Verbotsschild und das Absperrgitter ignoriert hat. Ein Bekannter der Frau hinterfragt aber auch die Rolle des Liftbetreibers. "Wie kann es sein, dass der Lift noch läuft, wenn kein Mitarbeiter mehr bei der Station ist?" Weil irgendwann die letzte Fahrt sein muss, erklärt Eugen Stark, Sprecher der Liftgesellschaft: "Der Mitarbeiter schließt den Zugang und macht selbst die letzte Kontrollfahrt auf den Berg." Dass er nach endgültigem Stillstand des Lifts, etwa mit einem Ski-Doo die Station verlässt, ist nicht vorgesehen.

Eine Vorgangsweise, die auch bei hunderten anderen Skiliften in Kärnten Usus ist. "Mehr als die Station abzuriegeln und Verbotstafeln aufzustellen, können wir nicht machen", sagt Wolfgang Löscher, Sprecher der Kärntner Bergbahnwirtschaft. "Irgendwann ist dann die Eigenverantwortung der Nutzer gefragt. Die müssen sich an Verbote halten!"

Vorfälle wie jener auf dem Mölltaler Gletscher sind zum Glück äußerst selten. Die Ermittlungen der Alpinpolizei laufen. Die Verunfallte muss noch mehrere Tage im Klinikum Klagenfurt bleiben.

WOLFGANG FERCHER

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