Costa Crociere bangt um Zukunft
Die Reederei des am 13. Jänner verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" hat einen 35-prozentigen Rückgang bei Reservierungen gemeldet. Am Sonntag begann das Bergungsteam mit dem Abpumpen von Treibstoff.

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Knapp einen Monat nach der Havarie der "Costa Concordia" haben die Bergungsmannschaften mit dem Abpumpen des Treibstoffes aus den Tanks des Schiffswracks begonnen. Das teilten die italienischen Behörden am Sonntagabend mit, nachdem schlechtes Wetter die Arbeiten zunächst verzögert hatte. Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs am 13. Jänner kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben, insgesamt befanden sich mehr als 4.200 Menschen an Bord. Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner zu einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer ausgelaufen, als sie vor der toskanischen Insel Giglio Leck schlug und havarierte. Sie hatte rund 2.400 Tonnen Treibstoff an Bord. Beim Beginnen des Abpumpens war die See am Sonntag ruhig.
Gedenken an Opfer in Rom
Einen Monat nach der Havarie der "Costa Concordia" hat Italiens Präsident Giorgio Napolitano bei einem Gedenkgottesdienst in Rom sein tiefes Bedauern über das Unglück ausgedrückt. "Es war eine Tragödie", sagte er am Sonntag. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Solidarität zu und lobte die Arbeit von Rettern und Tauchern. Diese hätten alles getan, um Überlebende zu retten und Tote zu bergen. Kardinal Angelo Bagnasco mahnte, noch müsse die ganze Wahrheit über das Unglück ans Licht kommen und der Gerechtigkeit genüge getan werden. "Das ist notwendig, um die Wunden zu heilen und das Vertrauen wiederherzustellen." Bagnasco, der Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz ist, dankte sowohl den Rettern als auch den Einwohnern der Insel Giglio, die nach dem Unglück Überlebende bei sich aufgenommen hatten. "In ihnen erkennen wir die tiefe Seele unserer Nation, die reich an Intelligenz und Herz ist." Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner mit mehr als 4.200 Menschen an Bord, darunter 77 Österreicher, vor Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Bisher wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst. Kapitän Francesco Schettino steht unter Hausarrest. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Verlassen des Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.
Crociere bangt um Zukunft
Die italienische Reederei Costa Crociere, Betreiber des am 13. Jänner verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", bangt um ihre Zukunft. Nach der Katastrophe vor der toskanischen Insel Giglio habe die Gesellschaft einen 35-prozentigen Rückgang bei der Reservierung neuer Kreuzfahrten gemeldet. "Wenn die Costa nicht als Gesellschaft pleitegeht, könnte sie als Marke bankrottgehen. Unsere Marke ist zerstört worden", klagte Costas Geschäftsführer Pierluigi Foschi im Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa" (Sonntagsausgabe). Foschi machte Schiffskapitän Francesco Schettino für das Unglück verantwortlich. "Er wird von Beweisen belastet, vor denen jeder erschaudern würde. Es ist unbestreitbar, dass ein menschlicher Fehler diese Katastrophe verursacht hat", so Foschi. "Die Katastrophe der Concordia muss als Lehre für die Zukunft dienen. Bald wird es Änderungen im elektronischen Bordsystem geben. Auch bei dem Rettungstraining wird es Erneuerungen geben", so Foschi.











