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Zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 um 14:56 UhrKommentare

"Malariatherapie": Stadt Wien will Wiedergutmachung

Ein heute 63-jähriger Mann behauptet, er sei als Heimkind an der Wiener Uni-Klinik zu Behandlungszwecken mit Malaria infiziert worden.

Foto © AP

Zu den Vorwürfen eines ehemaligen Heimkindes, es sei 1964 in der Wiener Uni-Klinik für Psychiatrie zur Behandlung einer diagnostizierten psychiatrischen Erkrankung und eventuell auch zu Versuchszwecken mit Malaria infiziert worden, hat am Dienstag Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) Stellung genommen. Es stelle sich die Frage, ob hier - im Falle tatsächlicher Versuche - ein "Verbrechen" passiert sei oder es sich um eine "völlig überholte Behandlungsmethode" gehandelt habe. Man bemühe sich jedenfalls um eine Wiedergutmachung bei Betroffenen.

Die Stadt habe die Opferschutzorganisation "Weißer Ring" - er ist für die Abwicklung von Hilfszahlungen für Missbrauchsopfer in Wiener Heimen zuständig - beauftragt, unabhängig von der Schuldfrage Vorschläge für eine Wiedergutmachung zu machen. Die Schuldfrage müsse seitens der Klinik geklärt werden. Häupl betonte auch, dass es vor 50 Jahren offenbar Usus gewesen sei, dass Kinder, die aus Heimen flüchteten, psychiatrisch behandelt wurden. Die Verhältnisse hätten sich aber längst geändert.

Ein heute 63-jähriger Mann war gestern, Montag, mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit getreten, er sei als 16-Jähriger an der Wiener Uni-Klinik zu Behandlungszwecken einer bei ihm diagnostizierten "Psychopathie" mit Malaria infiziert worden. Diese Behandlungsmethode war zwar Mitte der 1960er Jahre nicht mehr neuester Stand der Wissenschaft, aber wurde durchaus noch praktiziert. Eine Ärztin soll gegenüber dem damaligen Buben aber von "Versuchen" gesprochen haben. Die Überweisung in die Klinik für Psychiatrie hält der Mann rückblickend für eine Strafe dafür, einige Mal aus dem Heim ausgerissen zu sein.


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