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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 um 14:50 UhrKommentare

Zahl der Erfrierungstoten in Europa steigt

Foto © APA

Das sibirische Hochdruckgebiet, das derzeit für hartnäckigen Frost in ganz Europa sorgt, fordert immer mehr Todesopfer. Seit Beginn der Kältewelle vor elf Tagen sind - vor allem in Osteuropa - bereits mehr als 300 Menschen erfroren. In Österreich gab es am Montag keinen einzigen Ort, der nur annähernd den Gefrierpunkt erreichte. Am "wärmsten" war es in Frohnleiten (Steiermark) mit minus 8,9 Grad.

Trauriger Spitzenreiter bei den Kältetoten blieb weiterhin die Ukraine, wo offiziellen Angaben zufolge 135 Menschen erfroren sind. In Polen erfroren in den vergangenen 24 Stunden neun Menschen, zumeist betrunkene Obdachlose, die Gesamtopferzahl erhöhte sich damit auf 62. Wegen des unsachgemäßen Einsatzes von Öfen kam es vermehrt zu Bränden und Vergiftungen mit Kohlenmonoxid. Von Freitag bis Sonntag wurden landesweit 1.543 Brände gemeldet, die 15 Menschenleben forderten, meldete die AFP.

39 Kältetote in Rumänien, 23 in Litauen, 18 in Tschechien, 21 in Italien, zwölf in Ungarn allein am vergangenen Wochenende, 17 am Balkan, 64 in Russland. Und mit einer Entspannung der Situation ist Meteorologen zufolge nicht zu rechnen - die eisigen Temperaturen werden wohl noch einige Tage anhalten. Im tschechischen Kvilda im Böhmerwald, nahe der Grenze zu Bayern, wurden am Montag minus 39,4 Grad gemessen.

Selbst im Mittelmeerraum wurde ungewöhnliche Kälte registriert. Im Nordosten Tunesiens sank die Temperatur auf minus vier Grad, während mehrere Dörfer nach Schneefällen abgeschnitten waren. Auf der spanischen Urlauberinsel Mallorca waren bei minus 5,7 Grad die Badestrände von einer Schneeschicht bedeckt. Ungewöhnlich weiß präsentierten sich auch die Hügel rund um die sizilianische Metropole Palermo. In Italien und Frankreich stieg der Stromverbrauch in schwindelerregende Höhen. In Serbien und Kroatien waren 70.000 Menschen in ihren Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.

Prekär ist die Situation auch im Osten der Türkei. Dort müssen nach dem verheerenden Erdbeben im Oktober mit mehr als 600 Toten trotz Temperaturen bis zu minus 16 Grad rund 7.500 Menschen noch immer in Zelten ausharren.

Quelle: APA

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