Schlittschuh-Läuferin saß auf Eisscholle fest
Pensionistin trieb auf Eisplatte vom Wörthersee-Ufer ab. Polizei-"Libelle" rettete sie nach wenigen Minuten. Polizisten, Retter und Feuerwehr sind entsetzt über Leichtsinn der Menschen.

Foto © Polizei
Man kennt das von Meldungen aus Russland oder Finnland: Angler wagen sich bis zur Eiskante vor, und wenn eine riesige Eisscholle abbricht, müssen manchmal hunderte Menschen gerettet werden.
"In bescheidener Form gibt es das ab heute auch in Kärnten", sagt der Polizist und Flugretter Josef Brandner. Um 13.09 Uhr kam der Alarm, um 13.14 Uhr war die Gefahr gebannt, deshalb war Brandner heiter gestimmt.
Was war geschehen? Eine 66-jährige Pensionisten war Sonntagmittag über einen Steg bei Sekirn auf das Wörthersee-Eis gegangen, um Schlittschuh zu laufen. Als sie ihre Runden gedreht hatte und nach Hause wollte, erlebte sie eine böse Überraschung. Vermutlich ohne es vom Ufer aus bemerkt zu haben, hatte sie eine tausende Quadratmeter große Eisscholle betreten. Während sie fröhlich ihrem Sport frönte, hatte sich die Scholle wenige Meter von Ufer und Steg fortbewegt, sodass sie - wie Brandner sagt - "keine Chance mehr hatte, aufs Festland zu gelangen".
Nicht nur das: Die Eisfläche wurde zum Rand hin immer weicher und gab unter der Pensionistin nach. Der Frau blieb nichts anderes übrig, als telefonisch Hilfe zu rufen und auf festerem Eis rund 100 Meter vom Ufer entfernt abzuwarten.
"Sie hat damit gerechnet, mit einem Boot gerettet zu werden", sagt Brandner. Statt dessen kam der sechs Millionen Euro teure Polizeihubschrauber "Libelle" angedonnert. "Wir näherten uns der Frau in 50 bis 100 Zentimeter Höhe und ich holte sie von den Kufen aus in den Helikopter", berichtet Brandner. "Die Frau machte einen glücklichen, entspannten Eindruck." Und da sie den Einsatz nicht bezahlen muss, hielt das Glücksgefühl wohl an.
Von ihrem Erlebnis erzählen wollte die Klagenfurterin nicht.
Warnung
Die Wasserrettung nennt es "lebensgefährlichen Schwachsinn", Polizisten an Land, in der Luft und auf dem Wasser, die 15 Reifnitzer Feuerwehrleute, die mit drei Wagen zum Helfen ausgerückt waren: Sie alle warnen "dringendst" davor, das Wörthersee-Eis zu betreten. Einige Personen wurden sogar mit Kindern nahe am offenen Wasser gesehen. Brandner hofft auf Einsicht: "Die scheinbar harmlose Situation kann jederzeit in eine tödliche Katastrophe umschlagen."












