Gönner, Stifter und Mäzene
Heimat bist du großer Spender? Nicht wirklich. In Österreich spenden zwar viele, die großen Beträge gibt es allerdings aus mehreren Gründen selten - dafür geben besonders viele Kleinverdiener etwas ab.

Foto © APDietrich Mateschitz spendete 70 Millionen Euro
Die Eingangshallen von US-Universitäten erinnern häufig an Ahnengalerien. Bilder berühmter Absolventen reihen sich dort aneinander - der Absolvent von gestern ist häufig der Sponsor von morgen. Hörsäle oder sogar ganze Gebäudeflügel und Institute sind nach Absolventen benannt, die - insbesondere die Elite-Universitäten - mit teils gigantischen Summen unterstützen. So konnte sich etwa die Princeton University ein Vermögen von rund zehn Milliarden US-Dollar aufbauen. In Österreich sind private Großspenden an Universitäten oder soziale Einrichtungen selten. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wie dieser Tage Dietrich Mateschitz, der 70 Millionen Euro für ein neues Querschnittslähmungs-Forschungszentrum an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg gespendet hat.
Ein bekanntes Beispiel ist auch Baumax-Chef Martin Essl, der etwa den mit einer Million Euro dotierten "Essl Social Prize" für besonderes soziales Engagement vergibt. Auch Magna-Gründer Frank Stronach hat sich auf universitärer Ebene mehrfach als Sponsor betätigt. Für Aufsehen sorgte 2010 die Invicta-Privatstiftung von Peter Bertalanffy, der 2009 das Krebsmittelsortiment seiner Firma Ebewe an Novartis verkaufte und so 925 Millionen Euro lukrierte. Zehn Millionen Euro ließ er ein Jahr später dem IST-Forschungsinstitut im niederösterreichischen Maria Gugging zukommen.
"Großspenden wie diese sind in Österreich aber eher selten", erzählt Reinhard Millner, Non-Profit-Experte an der Wirtschaftsuniversität Wien. Das liege auch daran, dass österreichische Privatstiftungen, dort halten viele betuchte Österreicher ihr Vermögen, gesetzlich kaum auf Gemeinnützigkeit ausgerichtet sind. So sind gemeinnützige Stiftungen steuerlich nicht begünstigt. Millner: "Das Privatstiftungsgesetz von 1994 hatte vor allem wirtschaftspolitische Zielrichtungen und sollte den Kapitalabfluss aus Österreich eindämmen." Bis heute seien Privatstiftungen deswegen für das Ausschütten von großen Spenden ungeeignet. Von den rund 3400 Privatstiftungen gibt es nur wenige Hundert gemeinnützige - diese schütten auch nur 20 bis 25 Millionen Euro aus. "In Deutschland gibt's 18.000, in der Schweiz 13.000 gemeinnützige Stiftungen", so Millner.
Land der Kleinspender
Abseits der Stiftungen kann man den Österreichern aber ihren Drang zum Spenden nicht absprechen. So wurden alleine im Jahr 2011 insgesamt 460 Millionen Euro an gemeinnützige Organisationen überwiesen, wie der aktuellste Spendenbericht des Verbands Fundraising Austria bestätigt. Das heißt, jeder einzelne Österreicher spendete 54 Euro. Im internationalen Vergleich gilt Österreich als ein Land der Kleinspender, weil überproportional viele Personen schwächerer Einkommensschichten spenden, während Großspenden beinahe komplett fehlen. Steuerlich geltend machen kann man in Österreich übrigens nur Spenden an insgesamt 1042 ausgewählte Organisationen (siehe Infobox).
Features
Fakten
Spenden an so genannte mildtätige Organisationen können von der Steuer abgesetzt werden.
Geregelt wird das seit 2009 über eine eigene Liste des Finanzministeriums. Die Liste der begünstigten Spendenempfänger ist im Internet unter der Adresse www.bmf.gv.at/Service/allg/spenden/ abrufbar.
Die Spender können die Spendenbeträge als Sonderausgaben in die Arbeitnehmerveranlagung anführen, der Höchstbetrag beläuft sich auf zehn Prozent des Gesamtbetrages der Vorjahreseinkünfte.











