Zweigeteiltes Österreich
Österreich hat sich bei der Wetterlage im Jänner zutiefst gespalten gezeigt. Während es im Süden viel zu trocken war, verzeichneten viele Regionen an der Nordseite der Alpen mehr als dreimal so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen Jahr.

Foto © APA
"Die ungewöhnliche Serie von Tiefdruckgebieten aus West und Nordwest hat in diesem Jänner in Österreich große regionale Unterschiede bei Niederschlag, Temperatur und Sonnenschein gebracht", sagte Alexander Orlik, Klimatologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).
Im Großteil Kärntens, in der Südsteiermark und im Südburgenland ist der Jänner deutlich zu trocken ausgefallen. Ganz anders sah es im übrigen Österreich aus: Bis zu 3,5-mal mehr Niederschlag (Imst 160 l/Quadratmeter, Reichenau/Rax 150 l/Quadratmeter) kam nördlich des Alpenhauptkammes zusammen, zwischen Arlberg und dem Semmering. In den höher gelegenen Regionen fiel dieser Niederschlag hauptsächlich in Form von Schnee. In Langen am Arlberg summierten sich 3,5 Meter Neuschnee. Diese aufsummierten Neuschneemengen entsprechen rund der doppelten hier sonst üblichen Jänner-Neuschneemenge.
Von den großen Schneemassen und Regenmengen merkte der Süden des Landes kaum etwas. Besonders niederschlagsarm bzw. schneearm blieb es vor allem in der Südsteiermark und im Südburgenland und stellenweise in Kärnten und Osttirol. An der Wetterstation in Bad Gleichenberg (St) registriert die ZAMG mit fünf Liter/Quadratmeter gar nur 16 Prozent der mittleren Niederschlagsmenge.
Die einseitige Verteilung der Regen- und Schneewolken macht sich auch bei der Sonnenscheinbilanz bemerkbar. An der Südseite der Alpen gab bis zu 60 Prozent mehr Sonne als in einem durchschnittlichen Jahr, an der Nordseite dafür um bis zu 50 Prozent weniger. Große Unterschiede wurden auch bei der Temperatur gemessen: Im Großteil Österreichs war es um 2,0 bis 2,5 Grad zu warm, auf den Bergen war es hingegen um 1,6 Grad kälter als im langjährigen Mittel.












