Schlepperbus-Fahrer schuldig gesprochen
Eine Fahrt im Schlepperbus mit 30 illegalen Grenzgängern von Thessaloniki nach Wien hatte am Donnerstag in Eisenstadt für zwei Fahrer und einen Begleiter ein gerichtliches Nachspiel: Die drei griechischen Staatsbürger wurden wegen gewerbsmäßiger Schlepperei als Mitglieder einer Bande zu 20, 22 und 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Fahnder hatten im August des Vorjahres in Wien den Reisebus aus dem Verkehr gezogen. Zur Tarnung des Vorhabens waren im Bus auch noch 22 Personen als "Touristen" mitgefahren. Diese "Komparsen", wie sie ein Ermittler nannte, wurden bereits zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt.
Die drei Angeklagten hätten in Kauf genommen, dass die Geschleppten einem qualvollen Zustand ausgesetzt gewesen wären, so die Staatsanwältin. Sie waren während der rund zwölfstündigen Fahrt in zum Teil nur 25 Zentimeter hohen Verstecken unter den Sitzreihen und dem Mittelgang des Busses eingezwängt, die sie nicht ohne Hilfe verlassen konnten.
Den beiden Lenkern im Alter von 38 und 53 Jahren wurden vier beziehungsweise fünf derartige Fahrten zur Last gelegt. Der 49-jährige Begleiter - er gab den illegal Mitfahrenden vor Fahrtantritt Getränke und Kekse mit ins Versteck - soll bei insgesamt neun Schleppungen dabei gewesen sein. Seine Aufgabe sei es auch gewesen, den Leuten Anweisungen für ihr Verhalten zu geben und sie bei Zwischenstopps aus ihren Verstecken zu holen.
Er habe "ganz normal 800 Euro netto im Monat Gehalt bekommen", schilderte sein Kollege. Er sei beim "Reisebüro", das die Fahrten organisierte, angestellt und ordnungsgemäß angemeldet gewesen. Im Schlepperbus konnten zwei Sitzreihen mittels Fernbedienung verschoben werden, um die sehr engen Verstecke zu öffnen, erläuterte ein Ermittler des Landeskriminalamtes Wien. Gegen die Hintermänner des Trios ermittle das Bundeskriminalamt mit den griechischen Kollegen.










