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    Zuletzt aktualisiert: 18.01.2012 um 19:32 UhrKommentare

    "Geh' an Bord, verdammt": Italien feiert einen Helden

    Italien hat nach der "Costa Concordia"-Katastrophe doch einen Helden: Fregattenkapitän Gregorio De Falco, der Chaos-Kapitän Schettino am Telefon anherrschte. Im Internet finden sich wahre Lobeshymnen. Doch der 46-Jährigen zeigt sich bescheiden und meidet das Rampenlicht der Medien, die ihn mittlerweile jagen.

    Fregattenkapitän Gregorio De Falco

    Foto © APFregattenkapitän Gregorio De Falco

    Ein Hafenoffizier ist zu einem neuen Nationalhelden Italiens aufgestiegen. Gregorio De Falco hatte Kapitän Francesco Schettino, der offenbar als einer der ersten die vor der Insel Giglio sinkende "Costa Concordia" verließ, um sich in Sicherheit zu bringen statt den Passagieren beizustehen, ordentlich die Leviten gelesen. Ein mitgeschnittenes und publik gewordenes Telefonat zwischen den Männern sorgt für Aufregung und untermauert die Vorwürfe gegen den unter Hausarrest stehenden Kapitän.

    Das Gespräch zwischen dem zaudernden Kapitän und dem resoluten Chef der Hafenkommandantur in Livorno, der in zunehmend erregtem Ton Schettino die Rückkehr auf das Schiff befiehlt, um die Evakuierungsaktion zu koordinieren, hat die Öffentlichkeit beeindruckt. Die autoritäre Stimme des Hafenoffiziers ertönte Millionen Mal im Fernsehen und Internet.

    "Gehen Sie an Bord, verflucht noch mal!"

    Der Kapitän war an Bord eines Rettungsboots von der Küstenwache kontaktiert worden. Der Mitschnitt im Detail: "Schettino, Sie haben es vielleicht geschafft, sich aus dem Meer zu retten, aber das da, das wird Ihnen schwer zu stehen kommen .... Ich werde Ihnen verdammt viele Scherereien machen. Gehen Sie an Bord, verflucht noch mal!", schreit der 47-jährige Hafenoffizier den Kapitän an. Kleinlaut versichert Schettino, dass er mit anderen Offizieren unweit des Schiffes die Rettung koordiniere. "Sie müssen uns sagen, wie viele Leute noch am Schiff sind, Kinder, Frauen, Passagiere, die genauen Zahlen jeder Kategorie!", herrscht De Falco den Kapitän an.

    Als der Kapitän erwidert, dass es dunkel ist und er nichts sieht, brüllt der Hafenoffizier zurück: "Was wollen Sie machen, Schettino, nach Hause gehen? Es ist Nacht, also wollen Sie nach Hause gehen? Steigen Sie die Leiter am Bug hoch und sagen Sie mir, wie viele Leute noch da sind, was sie brauchen. Sofort!". Der Kapitän sträubt sich weiter, De Falco verliert zunehmend die Beherrschung. "Sie haben die Evakuierung des Schiffs angeordnet. Sie gehen an Bord, das ist ein Befehl. Jetzt habe ich das Kommando. Sie gehen zurück an Bord! Ist das klar? Haben Sie mich verstanden?". De Falco fügt hinzu, dass bereits Todesopfer zu melden seien. "Es gibt schon Leichen, Schettino". "Wie viele?", fragt der Kapitän. "Es wäre Ihr Job, mir zu sagen, wie viele es sind, in Gottes Namen!", schreit De Falco.

    Die entschlossene Vorgehensweise des Hafenoffiziers steht in krassem Widerspruch zum Verhalten des wohl in Panik geratenen Kapitäns und ist zum Thema Nummer eins in Talkshows und Leitartikeln der Zeitungen avanciert. Auf Facebook bildeten sich Fangemeinschaften, die den kahlköpfigen und hageren Offizier in den Himmel loben. T-Shirts wurden mit De Falcos Ausdruck "Gehen sie an Bord, verflucht noch mal!" gedruckt und bereits tausendfach verkauft. "De Falco, sofort heilig!", fordern Internet-Surfer auf Twitter.

    "Danke Kommandant! Das dramatische Telefongespräch zwischen Schettino und De Falco könnte nicht besser die beiden Seelen Italiens darstellen. Auf einer Seite der hoffnungslos verlorene Mann, der feige Kapitän, der vor seiner Verantwortung als Mensch und Offizier flieht, und eine energische Persönlichkeit auf der anderen Seite, die sofort das Ausmaß der Tragödie begreift und mit Autorität den Kapitän zu seinen Pflichten aufruft. Und in der Mitte, wie ein verwundeter Wal, liegt eine sinkende Welt", analysierte die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch.

    Kommandant zeigt sich bescheiden

    Doch der aus Ischia stammende Kommandant zeigt sich bescheiden und meidet das Rampenlicht der Medien, die ihn jagen. Schlaflose Nächte verbrachte der Kommandant, um die Rettungsaktion zu koordinieren. Die vielen Todesopfer lasten ihm schwer auf der Seele. "Er ist erschöpft, doch er meint, er wird keine Ruhe haben, bis nicht klar sein wird, wie sich die Dinge abgespielt haben", sagte ein Mitarbeiter des heldenhaften Kommandanten.


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