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    Zuletzt aktualisiert: 16.01.2012 um 21:03 UhrKommentare

    Trotz Untergang boomt die Branche

    Die Kreuzfahrt gilt als sicher und als Symbol für Luxus. Was aber steckt dahinter? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

    Foto ©

    Warum klappte an Bord der Concordia, trotz der Regeln, die Umsetzung der Evakuierung nicht?

    ANTWORT: "Kommunikationsdefizite und ein fragwürdiges Krisenmanagement", ortet Alexis Papathanassis, Professor für Seetouristik in Bremerhaven, im Concordia-Fall. Gleichzeitig gibt er aber zu bedenken, dass die Sicherheitskonzepte für Kreuzfahrtsschiffe zwar theoretisch sehr rigide geschrieben, in der Praxis aber oft schwer umzusetzen sind: "Viele Crew-Mitglieder sprechen unterschiedliche Sprachen, zahlreiche kommen aus dem Hotel-Bereich und sind auch noch sehr jung."

    Wer schreibt die Sicherheitsstandards an Bord vor und gelten sie für alle Schiffe?

    ANTWORT: Bevor ein Kreuzfahrtschiff Passagiere befördern darf, muss es von einer Klassifikationsgesellschaft begutachtet werden. Das erhaltene Zertifikat nach SOLAS bescheinigt dem Schiff dann seine Seetüchtigkeit sowie die Sicherheit der Passagiere. SOLAS ist ein internationales Übereinkommen, das als Reaktion auf den Titanic-Untergang niedergeschrieben wurde. Genau geregelt ist dabei richtige Bemannung, aber auch das Sicherheitsmanagement und die Rettungsmittel-Verwendung.

    Welche Auswirkungen hat der Unfall der Costa Concordia auf die Kreuzfahrtindustrie?

    ANTWORT: Langfristig wird die Branche trotz des Unfalls weiter stark wachsen, glaubt Alexis Papathanassis. Kurzfristig müssen einzelne Unternehmen hohe finanzielle Verluste hinnehmen. Die Reederei Costa Crociere, Betreiberin der Costa Concordia, rechnet mit einem Schaden von etwa 73 Millionen Euro. Massiv abgestürzt ist der Aktienkurs der Muttergesellschaft Carnival Cruises. Die Papiere verloren knapp 30 Prozent an Wert.

    Wodurch unterscheiden sich die einzelnen Typen der Kreuzfahrtschiffe?

    ANTWORT: Man kann Kreuzfahrtschiffe anhand ihrer Größe einteilen - die Referenzgrößen sind dann Bruttoraumzahl und Passagierkapazität. Auch durch die Vergabe von Sternen lassen sich Kreuzfahrtschiffe klassifizieren. Im Prinzip könnte jede Reederei selbst Sterne vergeben, in der Praxis greifen die Unternehmen aber auf die Bewertungen des anerkannten britischen Schiffsbewerters Douglas Ward zurück. Auch nach der Art der Kreuzfahrt kann man die Schiffe unterscheiden.

    Stimmt es, dass immer mehr Menschen ihren Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen verbringen?

    ANTWORT: Ja. Seit Jahren ist die Kreuzfahrtbranche der große Boomsektor im Tourismus. In Deutschland, einem besonders starken Markt, rechnet der Deutsche Reiseverband (DRV) etwa bis 2015 mit jährlichen Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich. Peter Tönnishoff ist Herausgeber des Branchenmagazins "Welcome Aboard" und weiß von den USA als prominentestem Markt für Kreuzfahrten: "Außerdem ist das Mittelmeer aufstrebend und Asien ein absoluter Wachstumsmarkt. Die Branche hat noch einiges vor".

    Wen zieht es eigentlich auf die großen Boote und wie beliebt ist diese Art der Urlaubsreise in Österreich?

    ANTWORT: Ein gängiges Klischee besagt, dass in erster Linie ältere, vermögende Menschen Kreuzfahrten buchen. Norbert Draskovits, Präsident des Österreichischen Reisebüroverbands, räumt damit aber auf: "Speziell jüngere Leute fahren aktuell vermehrt auf Kreuzfahrt". Ein Grund dafür ist neben dem Rahmenprogramm an Board auch die populäre Preisgestaltung von Schiffen wie der Costa Concordia, die in der Branche zwar als zeitgemäße Schiffe, nicht aber als Luxusschiffe gelten. In Österreich buchen jährlich 110.000 Menschen eine Kreuzfahrt.

    Werden Kreuzfahrtschiffe in der Zukunft noch größer und bombastischer gebaut?

    ANTWORT: Peter Tönnishoff glaubt nicht unbedingt daran. So habe sich seinen Informationen zufolge etwa die Reederei Royal Caribbean vor Kurzem entschlossen, die nächsten beiden Modelle wieder kleiner als die Vorgänger bauen zu lassen. Und zu denen zählt immerhin die Allure of the Seas (Verlockung der Meere). Das aktuell weltweit größte Kreuzfahrtsschiff bietet Platz für etwa 6.300 Passagiere und 2.100 Besatzungsmitglieder.


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