Klima: CO2-Ausstoß in Österreich wieder gestiegen
In Sachen Klimaschutz gehört Österreich nicht zu den Musterschülern. Im Jahr 2010 ist der Ausstoß von CO2 erneut gestiegen. Damit verfehlt Österreich das Kyoto-Ziel ganz klar. 2012 wird die Abweichung 30 Millionen Tonnen betragen.

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Österreich ist beim Klimaschutz weiterhin nicht auf Kyoto-Kurs. Im Gegenteil: Gegenüber 2009 sind 2010 die CO2-Emissionen sogar um 4,9 Millionen auf 84,6 Millionen Tonnen gestiegen. "Das Kyotoziel ist sehr schwierig zu erreichen", räumte Umweltminister Niki Berlakovich (V) bei einer Pressekonferenz am Montag ein. Bis zum Ende der Zielperiode 2012 wird mit einer Gesamtabweichung von 30 Millionen Tonnen gerechnet.
Österreich hat bereits in den Jahren 2008 und 2009 die Vorgaben des Kyoto-Zieles verfehlt, doch war die Menge der Emissionen immerhin im Sinken - auch wenn dies vor allem auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen war. Kaum war mit 2010 wieder ein konjunkturell stärkeres Jahr, stieg auch der CO2-Ausstoß entsprechend an. Zusätzlich war 2010 ein sehr kaltes Jahr, es gab um 13 Prozent mehr Heiztage als 2009. Dennoch ist das Ergebnis für Berlakovich "nicht akzeptabel". "Wir müssen beim Klimaschutz deutlich besser werden, wir müssen vom Schlusslicht in Europa ins Spitzenfeld kommen", meinte der Umweltminister.
Die Antwort kann Berlakovich zufolge aber nun nicht sein, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt zu hemmen. "Wir brauchen ein neues Denken und müssen Wirtschaftswachstum und Treibhausgasemissionen entkoppeln, etwa mit Hilfe von Energieeffizienz- und -sparmaßnahmen. Wir brauchen Klimaschutz und Arbeitsplätze gleichermaßen", sagte Berlakovich.
Die großen Sorgenkinder waren 2010 wiederum Industrie und Verkehr. Im Sektor Industrie spiegelte sich die steigende Produktion laut dem Geschäftsführer des Umweltbundesamtes, Georg Rebernig, entsprechend in der Treibhausgasbilanz mit einem deutlichen Zuwachs (plus 1,8 Mio. Tonnen) wider. Der Sektor Industrie ist mit rund 24,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten der größte Emittent an Treibhausgasen in Österreich.
Verkehr auf Platz 2
Der Verkehr war mit etwa 22,5 Millionen Tonnen der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen. Im Vergleich zu 2009 waren die Emissionen 2010 um 0,6 Mio. Tonnen höher. "In diesem Sektor sorgte die steigende Produktion für eine verstärkte Nachfrage nach Gütertransportleistung auf der Straße", so Rebernig.
Die Gesamtabweichung zur Kyoto-Zielperiode (2008 bis 2012) ist 2010 auf 18,1 Prozent gestiegen, bis zum Ende dürften es nach derzeitigen Berechnungen 30 Prozent sein. Die Flinte ins Korn werfen will Berlakovich aber nicht. "Das wäre eine typisch österreichische Lösung. Wir müssen reduzieren, reduzieren, reduzieren", forderte der Minister. Neben dem Sparpaket im finanziellen Bereich bräuchte es auch "unbedingt ein CO2-Sparpaket".
"In einem gemeinsamen Kraftakt müssen wir jetzt dringend ein effektives Paket schnüren und für 2013 bis 2020 konkrete CO2-Reduktionsziele festlegen. Unsere Arbeitsgruppen, in denen Bund und Länder sitzen, leisten harte Arbeit und müssen für die einzelnen Sektoren konkrete Maßnahmenbündel zusammenstellen. Jetzt sind erstmals alle Bereiche verpflichtet, Schluss mit allen Ausreden und der Verzögerungstaktik", so der Umweltminister.











