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    Deutscher Wanderer stürzte 100 Meter in Tirol ab Ein Toter bei Überschwemmungen in Rumänien Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Deutscher Wanderer stürzte 100 Meter in Tirol ab Ein Toter bei Überschwemmungen in Rumänien
    Zuletzt aktualisiert: 14.01.2012 um 16:03 UhrKommentare

    "Es war wie auf der Titanic"

    Während Experten nach der Ursache für die Havarie der "Costa Concordia" suchen, berichten Passagiere von der dramatischen Situation auf dem Kreuzfahrtsschiff. Menschen sprangen in Panik ins kalte Wasser, andere kämpften um die Schwimmwesten. Eine Frau sprach das aus, was sich viele dachten: "Es war wie auf der Titanic".

    Ungläubiges Staunen: Das Kreuzfahrtschiff liegt direkt vor der Küste

    Foto © ReutersUngläubiges Staunen: Das Kreuzfahrtschiff liegt direkt vor der Küste

    Bei einem Schiffsunglück vor der Westküste Italiens sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, 14 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Mehrere Passagiere und Crew-Mitglieder galten noch als vermisst. Bei den Toten handelt es sich um zwei Franzosen und einen Peruaner. Die "Costa Concordia" mit mehr als 4.200 Menschen an Bord, darunter 74 Österreicher, war am späten Freitagabend aus noch ungeklärter Ursache zwischen der Insel Giglio und der Toskana auf Grund gelaufen. Auf der linken Seite klaffte ein etwa 70 Meter langer Riss. Das Schiff habe schwere Schlagseite und sich um 80 Grad nach Steuerbord geneigt, berichteten die Hafenbehörden. Schiffskapitän Francesco Schettino bestritt Vermutungen, dass ein menschlicher Fehler für die Tragödie verantwortlich sei. "Das Schiff hat einen Felsen gerammt, der in den Seekarten nicht eingetragen war. Laut den Seekarten hätten wir dort genügend Grund unter uns haben sollen", sagte Schettino in einem TV-Interview. Er selber sei am Steuer gewesen, als sich das Unglück ereignete.

    Passagiere sprangen ins Wasser

    An Bord brach Panik aus, mehrere Passagiere sprangen ins Wasser. Ein 70-Jähriger erlitt in dem kalten Wasser einen Herzinfarkt und starb. Eine im achten Monat schwangere Frau wurde in Sicherheit gebracht. Rettungsboote, Hubschrauber und in der Gegend kreuzende Schiffe brachten die Menschen auf die nahe gelegene Insel Giglio, wo sie die Nacht in Schulen, Kirchen und Privathäusern verbrachten. Das Schiff war zuvor nach Angaben des Betreibers, der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, in Civitavecchia nahe Rom zu einer Mittelmeerkreuzfahrt aufgebrochen und sollte nach Palermo, Cagliari, Palma de Mallorca, Barcelona und Marseille fahren. An der Rettung der Passagiere und der Besatzung beteiligten sich mehrere andere Schiffe, die in der Region unterwegs gewesen seien.

    Ein Geretteter berichtete, er habe einen lauten Knall gehört. Zunächst sei dann von Problemen mit der Elektrik die Rede gewesen, bevor eine Anweisung zum Anlegen von Rettungswesten ergangen sei. Ein Frau sagte, sie habe sich "wie auf der Titanic" gefühlt, als das Schiff zur Abendzeit Schlagseite bekommen habe. "Es gab zu wenig Schwimmwesten an Bord, die Leuten kämpften, um eine zu bekommen. Es war furchtbar. An Bord ist totale Panik ausgebrochen, einige Leute sind ins eisige Wasser gesprungen", berichtete eine Zeugin.

    An Bord befanden sich rund 3.200 Passagiere, die meisten davon Ausländer, und etwa 1.000 Mitarbeiter des Schiffs. Zu den Passagieren zählten auch 74 Österreicher, berichtete die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere auf Anfrage der Austria Presse Agentur Aus der Badeortschaft Porto Santo Stefano, in der die überlebenden Passagiere versorgt wurden, wurden Busse organisiert, die die Österreicher in die ligurische Hafenstadt Savona bringen sollten. Von hier aus sollten sie in die Heimat zurückkehren. Zu den Touristen, die an Bord gewesen waren, zählte auch der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (S). Er blieb unverletzt.

    Österreicher werden mit Bussen zurückkehren

    Die österreichischen Passagiere, die sich an Bord befanden, werden aus der Hafenstadt Savona in die Heimat zurückkehren. Aus der Badeortschaft Porto Santo Stefano wurden Busse organisiert, die die Österreicher nach Savona bringen sollten. "Von Porto Santo Stefano werden die Transfers nach Österreich organisiert", berichtete Antonio Vezzoso, Mitarbeiter des Kitzbüheler Reiseveranstalters Eurotours, wo mehrere österreichische Passagiere die Kreuzfahrt gebucht hatten. Vezzoso traf in Porto Santo Stefano mehrere österreichische Passagiere. "Die Situation ist unter Kontrolle, den Umständen entsprechend geht es ihnen gut", sagte er im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. 74 österreichische Passagiere befanden sich an Bord des Schiffes. Von einigen von ihnen fehlen noch Informationen.

    Ein menschlicher Fehler oder ein Defekt des elektronischen Systems sind laut Experten die wahrscheinlichsten Ursachen des Unglücks. "Es bestehen keine Zweifel, dass das Schiff gegen einen Felsen gestoßen ist. Man muss jetzt feststellen warum. Es kann sich um einen menschlichen Fehler oder auch um einen Defekt der elektronischen Geräte gehandelt haben", sagte ein Experte, der die Costa Concordia aus der Nähe überprüfen konnte. Fachleute vermuten, dass sich das Schiff zu stark der Insel Giglio genähert habe. Das Schiff hätte fünf Seemeilen von der Inselküste entfernt fahren müssen, doch bis dorthin war es nur eine Meile. Die Staatsanwaltschaft von Grosseto hat Ermittlungen in die Wege geleitet. Laut der Hafenbehörde von Livorno könnte ein technischer Defekt das Unglück verursacht haben. Der Kapitän wurde lange befragt.

    Schock beim Veranstalter

    Costa Crociere bezeichnete das Schiffsunglück als eine bestürzende Tragödie. "Das ist der tragischste Moment in der 64-jährigen Geschichte des Unternehmens. Wir sind sprachlos", sagte der Generaldirektor der Gesellschaft, Gianni Onorato. Den Angehörigen der Opfer sprach die in Genua ansässige Gesellschaft in einer Mitteilung am Samstag ihr Beileid aus. Man werde alles unternehmen, um die Passagiere und die Besatzungsmitglieder der "Costa Concordia" zu betreuen und im höchsten Maße mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Ursachen des Unfalls zu klären.


    Foto

    Foto © APA

    Ein Felsen ragt aus dem Rumpf des SchiffesFoto © APA

    Fakten

    Die "Costa Concordia" gehört nach Angaben des Eigners zu den neuesten und größten Kreuzfahrtschiffen , die derzeit auf den Meeren unterwegs sind. Sie wurde 2006 gebaut und bietet in 1.500 Kabinen Platz für 3780 Passagiere . Betreiber ist das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere mit Sitz in Genua . Das Schiff misst 290 Meter und ist gut 35 Meter breit. Es schafft bei 114.500 Bruttoregistertonnen eine maximale Geschwindigkeit von 23 Knoten (rund 43 Stundenkilometer). 1.100 Besatzungsmitglieder kümmern sich um die Gäste. An Bord befinden sich auf 17 Decks neben fünf Restaurants auch ein Theater, ein Kino sowie Clubs und Diskotheken.

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