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    Zuletzt aktualisiert: 14.01.2012 um 13:41 UhrKommentare

    Mehrere Tote bei Schiffsunglück vor Italien

    Vor der Westküste Italiens ist es zu einem Schiffsunglück gekommen. Ein Kreuzfahrtschiff ist vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen. Mehrere Menschen kamen bei der Havarie ums Leben, 30 wurden verletzt.

    Foto © APA

    Beim einem Schiffsunglück vor der Westküste Italiens sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, 14 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Die "Costa Concordia" mit mehr als 4.200 Menschen an Bord, darunter 74 Österreicher, war am späten Freitagabend aus noch ungeklärter Ursache zwischen der Insel Giglio und der Toskana auf Grund gelaufen.

    An Bord brach Panik aus, mehrere Passagiere sprangen ins Wasser. Ein 70-Jähriger erlitt in dem kalten Wasser einen Herzinfarkt und starb. Eine im achten Monat schwangere Frau wurde in Sicherheit gebracht. Rettungsboote, Hubschrauber und in der Gegend kreuzende Schiffe brachten die Menschen auf die nahe gelegene Insel Giglio, wo sie die Nacht in Schulen, Kirchen und Privathäusern verbrachten.

    Das Schiff war zuvor nach Angaben des Betreibers, der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, in Civitavecchia nahe Rom zu einer Mittelmeerkreuzfahrt aufgebrochen und sollte nach Palermo, Cagliari, Palma de Mallorca, Barcelona und Marseille fahren. An der Rettung der Passagiere und der Besatzung beteiligten sich mehrere andere Schiffe, die in der Region unterwegs gewesen seien. Mehrere Menschen galten zuletzt noch als vermisst.

    Lauter Knall

    Ein geretteter Passagier berichtete, er habe einen lauten Knall gehört. Zunächst sei dann von Problemen mit der Elektrik die Rede gewesen, bevor eine Anweisung zum Anlegen von Rettungswesten ergangen sei. Ein Frau sagte, sie habe sich "wie auf der Titanic" gefühlt, als das Schiff zur Abendzeit Schlagseite bekommen habe.

    An Bord befanden sich rund 3.200 Passagiere, die meisten davon Ausländer, und etwa tausend Mitarbeiter des Schiffs. Zu den Passagieren zählten auch 74 Österreicher, berichtete die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere auf Anfrage der APA. Ob sie unversehrt seien, konnte die Kreuzfahrtgesellschaft vorerst nicht sagen. Der österreichische Botschafter in Rom, Christian Berlakovits, reiste in die Ortschaft Porto Santo Stefano an der toskanischen Küste, wohin die Überlebenden gebracht wurden, um sich über den Zustand seiner Landsleute zu erkundigen.

    Von den 4.200 Menschen, die sich an Bord des Schiffs befanden, wurden 3.179 aufs Festland gebracht. Die anderen befanden sich noch auf der Insel Giglio, berichteten die Behörden. Hunderte ausländische Passagiere, die unversehrt das Unglück überlebten, wurden zum römischen Flughafen Fiumicino gebracht. Von hier aus sollten sie in ihre Heimat zurückkehren. Viele von ihnen hatten ihre Dokumente verloren.

    Ein menschlicher Fehler oder ein Defekt des elektronischen Systems sind laut Experten die wahrscheinlichsten Ursachen des Kreuzfahrtschiff-Unglücks. "Es bestehen keine Zweifel, dass das Schiff gegen einen Felsen gestoßen ist. Man muss jetzt feststellen warum. Es kann sich um einen menschlichen Fehler, oder auch um einen Defekt der elektronischen Geräte gehandelt haben", sagte ein Experte, der die Costa Concordia aus der Nähe überprüfen konnte. Fachleute vermuten, dass sich das Schiff zu stark der Insel Giglio genähert habe. Das Schiff hätte fünf Seemeilen von der Inselküste entfernt fahren müssen, doch bis dorthin war es nur eine Meile.


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