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Zuletzt aktualisiert: 13.01.2012 um 17:33 UhrKommentare

Rottweiler biss Kind - Prozess in Salzburg vertagt

Foto © APA

Der Prozess zu einem tragischen Vorfall mit einem Hund wurde am Freitag am Landesgericht Salzburg verhandelt. Ein Rottweiler hatte einem vierjährigen Mädchen in Wals-Siezenheim in den Kopf gebissen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 42-jährigen Hundebesitzer fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vor. Dieser bekannte sich am ersten Prozesstag "nicht schuldig".

Der Rottweiler hat das vierjährige Mädchen am 6. Mai des Vorjahres im Flachgau regelrecht skalpiert. Der Hund sprang über einen 1,20 Meter hohen Gartenzaun auf ein Nachbargrundstück, stürzte sich auf die vierjährige Amelie und biss ihr einen etwa fünfmal zwanzig Zentimeter großen Hautlappen vom Kopf. Das heruntergerissene Hautstück heilte nur zum Teil an, das Kind wurde an die 30 Mal operiert, auch eine Hauttransplantation war nötig.

Der Hund habe schon einmal zugebissen, sei unzureichend verwahrt und beaufsichtigt worden und in bestimmten Situationen aggressiv gewesen, warf Staatsanwalt Andreas Winkler dem bisher unbescholtenen Angeklagten vor. Wenige Tage nach der Bissattacke wurde das Tier eingeschläfert. Dem gebürtigen Oberösterreicher, der in Salzburg lebt und als Chauffeur arbeitet, droht im Falle eines Schuldspruches eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Verteidigerin Sigrun List sah in dem Verhalten ihres Mandanten weder eine Verletzung der Aufsichtspflicht noch ein Vorliegen von besonders gefährlichen Verhältnissen. Ein Gutachten habe bestätigt, dass der Hund nicht aggressiv und nicht gefährlich gewesen sei. Ihr Mandant habe mit dem Rottweiler auch die Begleithundeprüfung "eins" absolviert. Beim ersten Biss-Vorfall sei der Hund proviziert worden.

Der Anwalt der Opferfamilie, Wolfgang Kleibel, forderte insgesamt 25.000 Euro als Teilschmerzens- und Verunstaltungsentschädigung. Die Verletzungsfolgen würden Amelie sehr belasten. Einzelrichter Gerhard Nathschläger vertagte die Verhandlung auf 3. Februar. Er will drei Zeugen hören, darunter eine Hundepsychologin.

Quelle: APA

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