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Zuletzt aktualisiert: 12.01.2012 um 14:30 UhrKommentare

Todesschütze von Dachau schweigt

Foto © APA

Nach den Todesschüssen auf einen Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht hüllt sich der Täter in Schweigen. "Er hat bisher nichts gesagt", sagte die Münchner Oberstaatsanwältin Andrea Titz. Der 54-jährige Transportunternehmer, der u.a. wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge am Mittwoch zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden war, sei mit dem Urteil nicht einverstanden gewesen.

"Nach unseren Erkenntnissen war es wohl so, dass er aufgebracht war, auch im Umgang mit seiner Verteidigerin. Da habe ich aber noch keine Zeugenaussagen dazu, was er genau gesagt hat", sagte Titz. Während das Urteil verlesen wurde, habe der Mann aber wohl nicht geschimpft oder sich beschwert. Er soll dann plötzlich eine kleine Pistole gezogen und mehrere Schüsse - wahrscheinlich fünf - abgefeuert haben. Woher der Mann die Waffe des Kalibers 6,35 hatte, die er illegal besaß, ist noch unklar.

"Wir gehen davon aus, dass ein Schuss zumindest in Richtung der Richterbank gegangen ist", sagte Titz. Zwei Schüsse trafen den 31-jährigen Staatsanwalt. Eine Kugel ging ins Handgelenk und dann in die Hüfte, die zweite drang an der Schulter in den Körper. Der Jurist sei trotz einer Notoperation im Krankenhaus gestorben. Die Leiche sei bereits obduziert. Details dazu wurden aber zunächst nicht bekanntgegeben. Der junge Staatsanwalt, der erst seit einem Jahr als Ankläger im Staatsdienst beschäftigt war, lebte in München und hinterlässt eine Ehefrau.

Der Todesschütze wird auch auf seinen seelischen Zustand hin untersucht. "Wie immer bei Kapitalverbrechen wird es eine psychiatrische Untersuchung des Beschuldigten geben", sagte Titz. Gegen den Mann sollte am Donnerstagnachmittag Haftbefehl wegen Mordes erlassen werden.

Unterdessen ist die Sicherheit bei Prozessen in Deutschland erneut zum Diskussionsthema geworden. Es sei nicht möglich, eine Gerichtsverhandlung vollständig vor der Öffentlichkeit abzuschotten, sagte der Münchner Generalstaatsanwalt Christoph Strötz am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk.

Quelle: APA

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