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    Zuletzt aktualisiert: 07.01.2012 um 21:02 UhrKommentare

    Popstar der Physik

    Astrophysiker Stephen Hawking wird am Sonntag 70 Jahre. Das kommt einem Wunder gleich, denn der Theoretiker über Urknall und Schwarze Löcher hat seit seiner Jugend die Nervenkrankheit ALS. Noch immer begeistert der geniale Denker Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

    Als theoretischer Physiker beschäftigte sich Stephen Hawking intensiv vor allem mit der Theorie der "Schwarzen Löcher"

    Foto © APAAls theoretischer Physiker beschäftigte sich Stephen Hawking intensiv vor allem mit der Theorie der "Schwarzen Löcher"

    Es war beeindruckend, gespenstisch, zugleich futuristisch: Da saß er also nun bewegungslos in seinem Rollwagen mit integriertem Computer, Stephen William Hawking, an jenem Montagabend 1997 am Schwarzenbergplatz in Wien. Die Industriellenvereinigung hatte den Superstar der Physik zu einem Vortrag eingeladen.

    Es ging um Schwarze Löcher, um Singularitäten, um den Urknall und um die Große Vereinheitlichte Theorie der Physik.

    Und doch ging und geht es gar nicht so sehr um physikalische Theorien. Es geht darum, dass dieser bewegungslose Mann, der seit mehr als 40 Jahren an der Nervenkrankheit ALS leidet, dem Schicksal trotzig Paroli bietet. Aus dem Eingesperrtsein in einem bewegungslosen Körper beschäftigt er sich mit den größten und schwierigsten Fragen der Menschheit: Wie ist unser Universum entstanden und was hält es zusammen? Es war faszinierend zu beobachten, wie er durch Blinzeln den Computer bedient. Man scheut sich, ihn anzusehen. Aus Respekt, aus Ehrfurcht und Empathie.

    Nerven werden zerstört

    Hawking wurde im Krieg geboren - in Oxford, denn seine Eltern flüchteten vor den deutschen Angriffen aus London. Beide Eltern weckten früh das Interesse an Wissenschaften in Hawking: Seine Mutter war Wirtschaftswissenschaftlerin, sein Vater Tropenmediziner. Eigentlich hätte Hawking Mediziner werden sollen, aber dann erhielt er ein Stipendium in Oxford, spondierte dort und promovierte dann in Cambridge in Astronomie und Kosmologie. Zu diesem Zeitpunkt machte sich seine Krankheit bemerkbar. Die amyotrophe Lateralsklerose begann, sein Nervensystem zu zerstören. Sein Gehirn war aber nicht betroffen.

    Mit dem ebenfalls sehr bekannten Physiker Roger Penrose beschäftigte er sich in den 1960er-Jahren mit mathematischen Konsequenzen der allgemeinen Relativitätstheorie. Zu diesem Zeitpunkt heiratete Hawking erstmals (Jane Wilde) und bekam mit ihr drei Kinder. Seit 1968 ist er auf einen Rollstuhl angewiesen.

    In den 1970er-Jahren befasste er sich mit Effekten, die bei Schwarzen Löchern eine Rolle spielen. Er postulierte eine später sogenannte "Hawking-Strahlung". Glaubte man bis dorthin, dass Schwarze Löcher komplett alles verschlucken und unsichtbar sind, wies Hawking nach, dass auch ein derartiges Gebilde eine Strahlung aussenden muss.

    In den 1980er-Jahren ging es um Berechnungsmodelle zum Thema Quantengravitation. Hawking versuchte ja zeitlebens, die - bislang unvereinbar nebeneinanderstehenden - Konzepte der Quantenphysik und Gravitation zu vereinen.

    All dies forschte er bereits auf dem vielleicht berühmtesten Lehrstuhl der Welt, dem Lucasischen Lehrstuhl in Cambridge, auf dem bereits Sir Isaac Newton und der Physiker Paul Dirac saßen. 1981 nahm er an einem Kosmologenkongress im Vatikan teil und stellte dabei seine These vor, dass das Universum keine Grenzen habe. Hawking ist Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

    Keinen Nobelpreis

    Der Durchbruch in der breiten Öffentlichkeit kam mit dem Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit", das 1988 herauskam. Es wurde zu einem Weltbestseller (siehe rechts). Hawking wurde zu einem Popstar der Physik, wie es vor ihm Albert Einstein oder der US-Physiker Richard Feynman gewesen waren. Allerdings: Hawking erhielt nie einen Nobelpreis.

    Trotzdem hat Hawking auch in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch innerhalb der Wissenschaft für neue Ideen gesorgt. Aber es gab auch Kritik an seinen Konzepten, und mehrmals wechselte er selbst seinen Standpunkt. Fast wäre er 1985 an einer Lungenentzündung gestorben. Von seiner Frau trennte er sich 1990 und heiratete seine Pflegerin Elaine Mason. Doch diese Ehe hielt nur bis 2006. 2007 versöhnte er sich mit seiner ersten Familie.

    Hawking kann nur mittels eines Sprachcomputers kommunizieren. Mit dem Wangenmuskel steuert er dabei den Computer. Hawking hat sich aber nie eingeschlossen, im Gegenteil: In einer Raumschiff-Enterprise-Folge spielte er mit (er stellte sich selbst dar), hatte Gastauftritte bei der Zeichentrickserie "Die Simpsons" und erlebte die Schwerelosigkeit in einem Flugzeug.

    Mag er auch nicht an ein Leben nach dem Tod glauben - erst kürzlich hat er sich definitiv festgelegt, dass das Universum keinen Schöpfer benötige. Unsterblich ist er in gewisser Weise bereits jetzt: Im Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds ist er seit Jahren als Wachspuppe im Rollstuhl dargestellt.

    NORBERT SWOBODA

    Zur Person

    Stephen William Hawking wurde am 8. Jänner 1942 in Oxford geboren. Sein Vater war Biologe, und Hawking war schon als Kind an Wissenschaft interessiert. 1963 wurde bei ihm ALS, eine Erkrankung des Nervensystems, diagnostiziert.

    Von 1979 bis 2009 besetzte er den berühmten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik in Cambridge, den vor ihm die berühmten Physiker Isaac Newton und Paul Dirac innehatten.

    Foto

    Foto © AP

    Der Physiker gibt nach wie vor Vorträge Foto © AP

    Hawking in Zitaten

    Gott würfelt nicht nur, sondern er wirft manchmal die Würfel so, dass man sie nicht sehen kann.

    Stephen Hawking greift eine bekannte Metapher von Albert Einstein ("Gott würfelt nicht") auf.

    Das Universum kann sich selbst aus dem Nichts erschaffen.

    Stephen Hawking zur Frage, wie das Universum entstehen konnte.

    Mein Ziel ist einfach. Ich will das Universum komplett verstehen, warum es so ist, wie es ist, und warum es überhaupt existiert.

    Stephen Hawking ist nicht der Erste, der das gerne wissen würde.

    Wie kann sich die menschliche Rasse in einer Welt, die sich politisch, sozial und in Umweltfragen im Chaos befindet, weitere 100 Jahre halten?

    Stephen Hawking stellte diese Frage 2006 öffentlich und erhielt binnen zwei Tagen 16.000 Antwort-Mails.

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