Fußgänger verschüttet, Häuser evakuiert
Während im Osten des Landes der Winter weiter auf sich warten lässt, kämpft Westösterreich mit den Schneemassen: Beim Abgang von Lawinen wurden Fußgänger sowie mehrere Autos verschüttet. In Innsbruck mussten Wohnhäuser evakuiert werden, die Arlbergbahnstrecke ist gesperrt. In Salzburg erstickte ein Schifahrer.

Foto © APAEin Mann bei der Schneeräumung in Klösterle am Arlberg.
50Zentimeter Neuschnee in nur einer Nacht - Tief "Andrea" hat es seit Donnerstag ordentlich schneien lassen: Stuben, Zürs, Lech, Warth sowie Gargellen, Galtür und Ischgl waren von der Außenwelt abgeschnitten, knapp 20.000 Einheimische und Touristen saßen somit fest.
In Salzburg war ein Toter zu beklagen: Ein 42-jähriger Schifahrer war im Pinzgau bei schlechter Sicht von der Piste abgekommen und in den Tiefschnee gestürzt. Er dürfte erstickt sein. Eine Frau und ihre beiden Kinder waren in Galtür von einer Lawine erfasst worden: Die Kellnerin wurde verletzt, die Kinder kamen mit dem Schrecken davon. In Innsbruck mussten die Bewohner mehrerer Häuser im Bereich der Nordkette evakuiert werden, in Telfs Urlauber und Angestellte eines Gasthofs.
Doch auch der Sachschaden ist beträchtlich: Im Bezirk Feldkirch brach ein Kamin ein, in St. Gallenkirch stürzten auf einem Campingplatz Bäume auf zwei Wohnwagen.
Für einige brenzlige Situationen sorgten auch abgehende Lawinen: Auf der Silvretta-Bundesstraße im Tiroler Bezirk Landeck wurden am Nachmittag mehrere Fahrzeuge verschüttet - die Insassen konnten unverletzt geborgen werden. Knapp zuvor war die Zillertalbundesstraße bei Ginzling auf einer Länge von vier Metern von einer Lawine verschüttet worden.
Die ÖBB mussten aus Sicherheitsgründen die Arlbergbahn sperren. Im Unterinntal musste die Bahnstrecke am Vormittag kurzzeitig gesperrt werden: Bäume waren auf die Oberleitung gestürzt. Nichts ging gestern auch in rund 4000 Tiroler Haushalten: Sie konnten laut Angaben des Energieversorgers Tiwag Netz-AG nicht mehr mit Strom versorgt werden. Rechtzeitig konnten einige Urlauber gerettet werden: Im Ötztal waren zwei Italiener und zwei Russen vom Weg abgekommen. In der Wildschönau war eine Gruppe dänischer Schüler abgängig, im Zillertal zwei russische Snowboarder.
Wegen akuter Lawinengefahr wurden gestern früh die Felbertauernstraße zwischen Mittersill und Matrei sowie Teile der Gerlosstraße gesperrt. In der Steiermark maß man Windböen von bis zu 150 km/h. Doch vor allem der Neuschnee bereitet den Experten Sorgen: Die Lawinenwarnstufe beträgt noch immer Stufe 3, im Ausseerland sogar Stufe 4. Bis Dienstag soll es noch einen Meter schneien.











