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    Zuletzt aktualisiert: 27.12.2011 um 20:00 UhrKommentare

    Griechischer Abt unter Geldwäsche-Verdacht

    Abt des griechischen Klosters Vatopedi auf dem Heiligen Berg Athos festgenommen. Dubiose Immobiliengeschäfte bringen ihn in Bedrängnis. 31 Mönche werden mit ihm angeklagt.

    Abt Ephraim, der Vorsteher des Klosters Vatopedi auf dem Heiligen Berg Athos, soll mit Immobiliengeschäften ein Vermögen lukriert haben

    Foto © APAAbt Ephraim, der Vorsteher des Klosters Vatopedi auf dem Heiligen Berg Athos, soll mit Immobiliengeschäften ein Vermögen lukriert haben

    Alarm auf dem Heiligen Berg Athos: Patrouillenboote der griechischen Küstenwache kreuzten am Heiligen Abend vor der auf einer Halbinsel gelegenen Klosterrepublik auf, die Polizei sperrte die Zufahrtsstraßen. Akribisch kontrollierten die Beamten Ausweise, durchsuchten Autos. Die Fahndung galt Ephraim, dem Abt des Klosters Vatopedi. Tags zuvor hatte Evgenia Kakava, Richterin am Athener Appellationsgericht, Haftbefehl gegen den Gottesmann erlassen. Er wird der Geldwäsche, Urkundenfälschung, des Betruges und der Bildung einer kriminellen Vereinigung beschuldigt.

    Richterin Kakava begründete den Haftbefehl mit Fluchtgefahr. Während die Küstenwache dem Abt den Seeweg abschnitt und die Polizei Straßensperren errichtete, begaben sich Beamte zum Kloster. Dort trafen sie Ephraim bettlägerig an. Der Geistliche machte gesundheitliche Probleme geltend. Die Polizei setzte den Abt erst einmal in seiner Klosterzelle unter Arrest. Nun muss sich klären, wann er transportfähig ist und in U-Haft gebracht werden kann.

    Die Festnahme des schwarzberockten Geistlichen mit dem schneeweißen Vollbart ist der jüngste Höhepunkt einer Affäre, die Griechenland seit Jahren beschäftigt. Konservative Politiker sollen dem Kloster Vatopedi in den Jahren 2006 bis 2008 Hunderte staatliche Liegenschaften zugeschanzt haben.

    Dubiose Transaktionen

    Durch die dubiosen Transaktionen sei der Steuerzahler um mindestens 100 Millionen Euro geschädigt worden, schätzte der Staatsanwalt Giorgos Sanidas. Der Skandal war eine der Ursachen für den Rücktritt des konservativen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis 2009.

    Die Geschichte vom Monopoly der Mönche geht zurück bis ins Jahr 1922. Damals erhob das Kloster unter Berufung auf ein fragwürdiges Dokument aus dem 11. Jahrhundert Besitzansprüche auf den See Vistonida in Thrazien und umliegende Ländereien. Mehr als acht Jahrzehnte lang stritten die Mönche mit dem Staat. Erst Abt Ephraim kam 2006 mit den Konservativen ins Geschäft: Das Kloster bekam zwar nicht den See, weil Anwohner und Fischer heftig gegen die Übereignung protestierten. Aber zum Ausgleich trat die Regierung den Mönchen rund 260 staatseigene Liegenschaften ab. Dabei wurde deren Wert künstlich niedrig angesetzt. So konnte das Kloster viele Immobilien schnell gewinnbringend versilbern. Beispiel: Ein Verwaltungsgebäude im Olympischen Dorf in Athen taxierte die Regierung auf 19,9 Millionen Euro. Die Mönche verkauften die Immobilie wenig später für 41 Millionen Euro - an eine erst drei Monate zuvor gegründete Briefkastenfirma in Ephraims Heimat Zypern.

    Dass die meisten Grundstücksgeschäfte über solche Offshore-Firmen abgewickelt wurden, erhärtet für die Ermittler den Verdacht der Geldwäsche. Die Mutmaßung, dass sich auch Politiker der Regierung Karamanlis bereichert haben, konnte nie bewiesen werden. Drei Minister mussten wegen der Affäre zurücktreten, unter ihnen der engste Vertraute von Premier Karamanlis. Strafrechtlich belangt werden konnten sie aber wegen der in Griechenland geltenden Minister-Immunität nicht. Abt Ephraim und 31 mitangeklagte Mönche sind weniger glücklich. Ihnen soll nun der Prozess gemacht werden.

    GERD HÖHLER, ATHEN

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