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Zuletzt aktualisiert: 22.12.2011 um 05:10 UhrKommentare

Psychiater warnt vor dem Vollmondtäter

Der Tierquäler, der seit zehn Jahren Sauen im Rosental aufschlitzt, könnte "auf Menschen übergehen", fürchtet Gerichtsgutachter Reinhard Haller.

Der routinierte Gerichtsgutachter Reinhard Haller (rechts) über den Mann, der bei Vollmond Schweine quält: "Sozial isoliert, wenig begabt, pervers."

Foto © KLZ/WeichselbraunDer routinierte Gerichtsgutachter Reinhard Haller (rechts) über den Mann, der bei Vollmond Schweine quält: "Sozial isoliert, wenig begabt, pervers."

Man weiß nicht viel über den unbekannten "Schweine-Ripper", der in Feistritz/Rosental sein Unwesen treibt. In den letzten zehn Jahren hat er mindestens 13 Mal in benachbarten Bauernhöfen Muttersauen mit Stichen im Genitalbereich schwerst bis tödlich verletzt. Die meisten Attacken fanden bei Vollmond statt.

Doch das Wenige reicht dem erfahrenen Psychiater und Gerichtsgutachter Reinhard Haller für eine erste, beunruhigende Einschätzung: "Solche Täter sind in der Regel sozial isoliert und meistens auch nicht sonderlich begabt." Haller diagnostiziert gleich zwei "schwere sexuelle Perversionen: eine sodomistische Neigung zu sexuellen Handlungen mit Tieren. Und extremen Sadismus, denn es gehört ein hohes Maß von Lust am Quälen dazu, so etwas zu tun."

Damit nicht genug: "Die Häufigkeit der Taten geht über die Triebhaftigkeit hinaus. Das Vorgehen des Täters zeigt zwangsartigen Wiederholungscharakter. Das spricht für Süchtigkeit."

Haller zufolge sind solche Täter meist in mittlerem Alter. Der "Vollmondtäter" von Feistritz dürfte nicht sehr mobil und mit der Umgebung vertraut sein, weil nur zwei benachbarte Tatorte bekannt sind. "Er fährt nicht, wie andere Pferde- oder Schweine-Ripper, in der Gegend herum und sucht sich seine Opfer aus."

Könnte ein derartig veranlagter Täter auch Menschen gefährlich werden? "Das muss man leider annehmen. Zwar wird nicht jeder Sodomist und Tierquäler zum Mörder. Aber bei ihnen ist das Risiko höher, dass ein Täter nicht mehr zufrieden ist mit der leidenden tierischen Kreatur - und zum Menschen übergeht."

Aus den Studien, die es darüber gibt, ragt der Fall des Kanadiers Robert Pickton heraus. Der Schweinezüchter hatte sich eine Zeit lang an seinen Tieren abreagiert - und dann bis zu 49 Frauen abgeschlachtet und verfüttert.

JOCHEN BENDELE

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Gerichtsgutachter Reinhard Haller Foto © KK

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