Serienräuber plagte Heimweh
Der mutmaßliche Bankräuber von Bodensdorf könnte Anfang Jänner von München nach Klagenfurt überstellt werden. Die Suche nach der Tatwaffe war bisher ergebnislos. Der Verdächtige ist schwer krank.

Foto © Schusser/PolizeiDie Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Bankräuber sind längst noch nicht abgeschlossen
Die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel muss ein 50-jähriger gebürtiger Klagenfurter noch in der Justizanstalt München in Auslieferungshaft verbringen. Bereits in der ersten Jännerhälfte könnte der Mann allerdings in seine Geburtsstadt zurückkehren - mittels Gefangenentransport.
Wie ausführlich berichtet, steht der seit 1989 in Trier (Rheinland-Pfalz) lebende Kärntner im dringenden Verdacht, am 9. Dezember kurz nach 15 Uhr eine Bankfiliale in Bodensdorf überfallen zu haben. Insgesamt gehen auf das Konto des Mannes elf Raubüberfälle, verübt in den 1990er Jahren in Deutschland. Erst am 17. November öffneten sich für ihn nach elf Jahren Gefängnis die Tore der Justizvollzugsanstalt in der 20.000 Einwohnerstadt Wittrich, nördlich von Trier. Gutachter hatten nach Berichten der Tageszeitung "Trierischer Volksfreund" dem Klagenfurter beste Resozialisierungsvoraussetzungen bescheinigt. Zuletzt war er als Freigänger auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereitet worden. Viele Jahre verbrachte der Serienräuber auch in der Justizvollzugsanstalt Diez, in der Nähe von Koblenz.
Auch dort erinnert man sich "nur im Guten" an den angeblichen Musterhäftling. Kurz vor der bedingten Entlassung auf Bewährung hätte den Mann, er soll schwer krank sein, immer wieder starkes Heimweh geplagt. Vor allem der Unfalltod seiner Tochter aus erster Ehe im Jahr 1999 hätte ihn zunehmend gequält, heißt es.
"Er wollte unbedingt das Grab des Kindes besuchen und Verwandte treffen", so deutsche Bekannte des Kärntners. Als der 50-Jährige am 7. Dezember bei einem Freund in Trier einen BMW 316i auslieh, fuhr er tatsächlich nach Kärnten. Zu Verwandten, aber eben auch, so der Verdacht, zur Bank nach Bodensdorf. Von der Tatwaffe, vermutlich eine Gaspistole, fehlt bisher jede Spur.
Die Beute im hohen fünfstelligen Euro-Bereich, Maskierung und Kleidung wurden sichergestellt.











