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Zuletzt aktualisiert: 13.12.2011 um 13:23 UhrKommentare

Prozess um erstickte und vergrabene Ehefrau

Ermordung der Ehefrau aus Habgier - diesen Anklagevorwurf musste sich am Dienstag im Landesgericht Wiener Neustadt ein gebürtiger Rumäne gefallen lassen. Der 59-Jährige soll seiner Frau am 22. Februar in Eggendorf einen Schlag auf den Kopf versetzt und die Bewusstlose dann mit einem Polster erstickt haben. Dann transportierte er die Leiche im Anhänger seines Pkw nach Rumänien.

Nach mehr als 1.000 Kilometern Fahrt vergrub er die Leiche auf seinem Anwesen in Siebenbürgen. Letzteres bestritt der Mann zwar nicht, doch sonst bekannte er sich "unschuldig". Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Laut der vorsitzenden Richterin soll der Prozess im Jänner fortgesetzt werden, um via Videokonferenz die Aussagen rumänischer Zeugen zu hören. Einen Termin gab es zunächst nicht.

Der Fall kam ins Rollen, als Kollegen die als verlässlich geltende Frau als vermisst meldeten. Zunächst fiel kein Verdacht auf den Ehemann. Im Gegenteil - er gab sich vor der Polizei noch entrüstet: Es sei "rücksichtslos", dass die 55-Jährige die Familie - ihn und die drei erwachsenen Töchter - "im Stich gelassen" habe. Im Zuge der Ermittlungen wendete sich aber das Blatt.

Laut Anklage soll die Ehe des Paares, das seit 1986 in Österreich lebt, seit langem zerrüttet gewesen sein: Getrennte Zimmer, getrennte Küchen, dafür eine zweite Frau aus Rumänien im Haus. "Seit sieben Jahren habe ich meine Frau nicht gesehen und nicht mit ihr gesprochen", gab der 59-Jährige vor der Polizei zu Protokoll. Für die Töchter soll die Mutter "die Böse" gewesen sein, sie sollen sich auf die Seite des Vaters geschlagen haben. Ein Sparbuch, auf dem die 55-Jährige mit der bezogenen Kinderbeihilfe immerhin 95.000 Euro angespart hatte, soll der Mann im Alleingang aufgelöst und sich die Ersparnisse mit den Töchtern geteilt haben. Als seine Frau die Scheidung beantragte und er um ein weiteres Sparbuch umgefallen sei, habe er die Mordpläne geschmiedet.

Diese Vorwürfe wies der Angeklagte vor den Geschworenen entschieden zurück. Sein Verteidiger meinte, "er war ein liebevoller und fürsorglicher Familienvater", Ehestreitigkeiten habe es so wie in vielen anderen Familien gegeben.

Der 59-Jährige tischte folgende Version auf: Er habe seine Frau tot im gemeinsamen Haus aufgefunden und an ein Herzversagen gedacht. Wiederbelebungsversuche hätten nichts gefruchtet. Der Wunsch seiner Frau sei immer gewesen, in ihrer Heimat begraben zu werden. Deshalb habe er die Leiche nach Siebenbürgen gebracht.

Quelle: APA

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