Ukraine: Hundetötung als Falle für Medien
Artikel und TV-Berichte über Hundetötungen erregten österreichweit Aufsehen. Brutale Fotos sollten die Dramatik noch stärker verdeutlichen. Doch die Bilder stammen gar nicht aus der Ukraine. Ein journalistisches Eigentor.

Foto © kobuk.atMit gefälschten Bilder wurde versucht, die Dramatik der Hundetötung in der Ukraine zu verdeutlichen. Man ist aufgeflogen
Im Vorfeld der Fußball-EM 2012 in der Ukraine sorgten die dortigen Massentötungen von Straßenhunden für heftige Kritik. Unterstützung erhielt die Diskussion durch einen starke Tierschützerlobby auf Facebook. Zahlreiche heimische Medien übernahmen über das soziale Netzwerk verbreitete Videos und Fotos von gequälten Tieren - offenbar ungeprüft.
"Kobuk", der Medienwatchblog der Universität Wien, will nun herausgefunden haben, dass es sich bei dem verwendeten Bildmaterial einerseits um alte, andererseits um keine Aufnahmen aus der Ukraine handelt. Unter anderem sollen zwei Fotos aus Bosnien und Rumänien stammen und ein Video, das ein TV-Magazin mit der seriösen Quelle "Internet" versehen hatte - anstatt wie üblich die genaue Webseite anzugeben - wurde vermutlich 2005 in der Türkei aufgenommen. So wurde eine an sich tragische Geschichte zum journalistischen Eigentor für viele heimische Medien. Der Sender prüft inzwischen den Ursprung des Bildbeitrages. Reichlich spät.









