Ermittler jagen nach weiterer Briefbombe
Zwei Briefbomben aus Italien haben ihre Adressaten bereits erreicht. Eine Dritte ist unterwegs. Wem gilt sie? Banker zittern nicht nur in Italien.

Foto © APAMedienansammlung vor dem Sitz der Equitalia in Rom
Es herrscht Bombenstimmung in Italien. Nach dem vereitelten Anschlag auf den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und der Explosion einer Paketbombe in der römischen Filiale der Finanzbehörde Equitalia, warten die Polizeikräfte nun auf die dritte angekündigte Bombe. Unsicherheit und Angst herrschen bei den großen Banken und Finanzinstituten vor.
Der Bombe, die am Freitagmittag in der Zentrale der Equitalia explodierte und die Generaldirektor Marco Cuccagna an den Händen und Augen verletzte, lag ein Bekennerschreiben bei, das jenem sehr ähnlich war, das auch bei der in Frankfurt aufgefundenen Bombe gefunden worden war. In dem auf italienisch verfassten Schreiben bekannte sich eine "Federazione Anarchica Informale" zu den Attentaten und kündigte an, dass ein weiterer Sprengsatz zum Einsatz vorbereitet sei.
Ökoterroristen als Täter?
Der Polizeichef von Rom, ordnete für alle in Frage kommenden Institutionen die höchste Alarmstufe an. Vor allem müsse der Posteingang verstärkt kontrolliert werden. Die beiden Briefbomben, die ihre Empfänger in Frankfurt und Rom erreicht haben, waren vom selben Postamt in Mailand aufgegeben worden. Als Absender wurde eine Camusso genannt. Zynischerweise hatten die Täter den Nachnamen der Vorsitzenden der größten linken Gewerkschaft benutzt.
Die Ermittlungsbehörden warnen davor, dass sich die Anschlagsserien der vergangenen Jahre auch zu diesen Weihnachten wiederholen könnten. 2010 waren Paketbombenanschläge gegen die diplomatischen Vertretungen der Schweiz, Chiles und Griechenland in Rom gerichtet worden. Nahe der Schweizer Vertretung war damals auf eine Wand die Losung "Freiheit für Costa, Silvia und Billy" gesprüht. Die drei Genannten befinden sich wegen militantem Ökoterrorismus nahe Zürich in Haft.











