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Zuletzt aktualisiert: 30.11.2011 um 05:10 UhrKommentare

Bloßgestellte Lehrerin gegen Schülergewalt

Pädagogin, deren Sturz von manipuliertem Sessel von Schülern auf Facebook gestellt wurde, leidet immer noch. Als Beispiel für Schülergewalt geht sie jetzt in die Öffentlichkeit.

Foto © Phino

Dieser "Fall" hatte im Juni österreichweit für Aufsehen gesorgt: Zwei Hauptschüler in St. Veit stellten ihrer Lehrerin einen defekten Stuhl hin und filmten, wie sie damit stürzte. Die 59-Jährige wurde verletzt, im Internet bedroht und verspottet, ist seither in Frühpension. Der Staatsanwalt stellte die Ermittlungen ein. Irene Brugger ist wütend, verzweifelt, fühlt sich im Stich gelassen. Bis heute hat sie Schmerzen und ist im Krankenstand. Und obwohl die - bis Sonntag - 59-Jährige mit nächstem Jahr in Frühpension geht, macht sie sich Sorgen um ihre Berufskollegen und auch die Schüler, die ähnlicher Gewalt ausgesetzt sind wie sie selbst.

Gefährliche "Streiche"

"Vor mir sind zwei andere Lehrerinnen mit dem Sessel gefallen. Lehrerfahrräder waren plötzlich ohne Luft oder Bremsbacken." An ihren Sturz erinnert sie sich nicht mehr, dazu war sie zu benommen. Beim ersten Mal verletzte sie sich an Knie und Handgelenk. "Der Arzt hat gesagt, ich hätte Glück, dass meinem Genick nichts passiert ist." Bei einem zweiten Sesselsturz eine Woche später - "Ich glaube nicht an einen Zufall!" - erwischte es Kreuz- und Steißbein.

Jetzt ist sie ein aufrüttelndes Beispiel in der beginnenden Diskussion um Gewalt in der Schule. Zu der Sesselfalle kam der Facebook-Film, den alle Schüler gesehen haben. Und dann Facebook-Drohungen wie "I schwörr, ii denk ma nooch was auss, aber das wird 10000 malschlimmer sein als dasm die mmmm soll meinen naman nie verghessen"

Recht auf sicheren Arbeitsplatz

Obwohl Brugger wenig Unterstützung von ihrer Schule hatte, stellt sie sie nicht an den Pranger: "Ich weiß, wie viel wir gegen Mobbing, Facebook-Missbrauch und Gewalt getan haben. Es hat kaum geholfen. Aber meine Kollegen und ich haben ein Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz."

Landesschulrats-Vize Rudolf Altersberger findet es wichtig, "dass endlich einmal eine Lehrperson zu dem steht, was ihr passiert ist. Denn diese Art von Mobbing ist durchaus vergleichbar mit physischer Gewalt."

JOCHEN BENDELE

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