Kriegsverbrecher in Linienbus entdeckt
Ein international gesuchter 39-jähriger Kosovare wurde am Dienstag auf der Autobahn in Kärnten von der Polizei verhaftet. Der Mann war in einem Linienbus nach Deutschland unterwegs. Eine Auslieferung steht im Raum.

Foto © Weichselbraun
Für einen wegen Kriegsverbrechen in Serbien zu 40 Jahren Haft verurteilten Kosovaren war am Dienstag in Kärnten Endstation: Der seit 2010 international gesuchte 39-Jährige saß, getarnt als normaler Gastarbeiter, in einem Linienbus. Der Bus war von Laibach Richtung Deutschland unterwegs.
Am Verkehrskontrollpunkt Kellerberg auf der Tauernautobahn wurden die 50 Businsassen von Polizisten, die routinemäßig Schengen-Ausgleichsmaßnahmen (AGM) durchführten, kontrolliert. "Als die Beamten die Personalien überprüften, sahen sie, dass der Mann per internationalen Haftbefehl gesucht wird", sagt Einsatzleiter Major Georg Wakonig von der Organisations- und Einsatzabteilung im Landespolizeikommando Kärnten. Der militärisch ausgebildete Kosovare wurde daraufhin widerstandslos von den Beamten festgenommen und noch in den Nachtstunden in die Justizanstalt nach Klagenfurt überstellt.
18 Kärntner AGM-Schleierfahnder standen im Einsatz. Der 39-Jährige wurde in Serbien 2007 zwar wegen des Verdachtes von Kriegsverbrechen (darunter Mord und Vergewaltigung) freigesprochen, der Oberste Gerichtshof hob das Urteil jedoch wieder auf. 2009 wurde der Kosovare dann in Abwesenheit von einem Gericht in Belgrad zu 40 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Seitdem wird er per internationalen Haftbefehl gesucht. Der Mann hat sich vermutlich bislang in Slowenien versteckt gehalten.
Auslieferung geprüft
Jetzt muss der Kriegsverbrecher vorerst einmal hinter Kärntner Gittern auf die Entscheidung warten, was mit ihm weiter passiert. Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt: "Bislang ist noch nicht entschieden, ob über ihn die Auslieferungshaft verhängt wird." Die heimische Justiz wartet auf die dafür erforderlichen Auslieferungsunterlagen. Diese fehlen noch. "Wenn die Unterlagen vorliegen, gibt es eine Entscheidung. Bislang wissen wir noch nicht genau, was ihm vorgeworfen wird und ob es in Serbien ein rechtskonformes Verfahren gegeben hat", sagt Jamnig.










