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    Zuletzt aktualisiert: 18.11.2011 um 13:16 UhrKommentare

    Psychiater über 2012: "Ziemliche Überschätzung"

    Psychiater Psota: "Meine 'Welt' kann ins Wanken geraten, aber die Erde wird es auch 2013 geben". Der Fachmann warnt vor einer Überschätzung der Wertigkeit des Menschen.

    Foto © ©-j.o.photodesign

    Alle paar Jahre machen sich wieder Weltuntergangs-Szenarien breit. Sind sie gefährlich? Sind sie reale Gefahren oder Hysterie? Dr. Georg Psota, Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien (PSD), sieht in ihnen vor allem "irrationale Erscheinungen" - und zumeist auch noch die Folge simpler Überschätzung der eigenen Wertigkeit des Menschen.

    "Natürlich, es gibt in uns einen Lebenstrieb, aber auch einen Todestrieb. Letzterer ist hoch umstritten, jedoch zweifellos vorhanden. Aber im Grunde sind wir natürlich dazu geschaffen, um zu leben", meint der Psychiater.

    Ohne Zweifel tauchten - geschichtlich betrachtet - Weltuntergangs-Szenarien immer wieder auf, sie begleiteten (auch) das Entstehen von religiösen Strömungen. Psota: "Intensiv waren solche Szenarien beispielsweise im Jahr 1.000 nach Christus."

    Insgesamt haben solche irrationalen Ängste - das Wort sagt es schon aus - mit der Vernunft nichts gemein. Der Psychiater: "Mit Rationalität hat das alles sehr wenig zu tun."

    Das bringt die Welt nicht um

    Und dann, was heißt "Weltuntergang"? Psota: "'Weltuntergang' ist eine ziemliche Überschätzung. Die Erde wird auch 2013 existieren. Meine persönliche 'Welt' kann ins Wanken geraten. Das ist nicht fein, kann auch furchtbar sein. Aber geht deswegen die Welt unter? Das Universum? Es kann einen Börsen-Crash geben, schlimm genug. Dennoch bringt das die Welt insgesamt nicht um, nicht einmal die Erde."

    Möglich sei, dass Menschen ihre eigenen Bedrohungen und Befürchtungen besser zu ertragen dächten, wenn sie daraus einen drohenden Weltuntergang für alle konstruierten. Der Psychiater: "So etwas ist schon leichter zu ertragen, wenn es Alle etwas angeht."

    Auch der Blick auf die Geschichte zeige, dass man zur Überschätzung ohne Zweifel katastrophaler Ereignisse neige. Psota: "Der Erste Weltkrieg war ein entsetzlicher europäischer Krieg. Und selbst der Zweite Weltkrieg mit seinen furchtbaren Katastrophen hat manche Weltregionen, zum Beispiel Südamerika, relativ wenig betroffen." Die Welt, das Universum, drehten sich einfach nicht um die Erde.

    Psychisch erkrankte besonders gefährdet

    Man könnte meinen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders durch solche Fantasien leiden. Der auf Gerontopsychiatrie spezialisierte ärztliche Leiter der Wiener Psychosozialen Dienste: "Diejenigen Menschen, die schwere psychische Erkrankungen haben, sind mit der Bewältigung ihrer eigenen Probleme und ihres eigenen, oft 'bescheidenen' Lebens, so beschäftigt, dass sie das selten zusätzlich belastet. Die aktuelle Maya-Kalender- oder sonst wie provozierte "Weltuntergangsstimmung" ist eher etwas für andere Gruppen als die der wirklich psychisch Kranken.

    Doch was sollte man tun, wenn in nächster Umgebung ein Mensch offensichtlich plötzlich und zunehmend in solche Ängste hinein kippt? Psota: "Man sollte den Betreffenden fragen: 'Was bringt Deine Welt so zum Wanken? Je irrealer solche Angstfantasien sind, desto verdächtiger. Dann kann das auch das Zeichen einer echten psychischen Dekompensation, einer psychiatrischen Erkrankung, sein. Auch Suchtmittel können da im Hintergrund stehen."

    In allen anderen Fällen empfiehlt der Wiener Psychiater ganz andere Strategien: "Wir sollten Zeiten der Veränderung viel mehr als Zeiten neuer Notwendigkeiten, Herausforderungen und auch Möglichkeiten sehen. Die Angst ist immer die Angst vor dem Ungewissen, die Angst vor dem "Kometen" behindert mehr als sie nützt. Wir sind stattdessen gut beraten unsere Energie für menschenwürdige konsequente Lösungen von realen Problemlagen zu verwenden.


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