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    Zuletzt aktualisiert: 18.11.2011 um 12:53 UhrKommentare

    Skandal: Nicht alle Weltuntergänge fanden statt

    Michael Stifel sagte das Ende für 1533 voraus - und schuf so die Redewendung "einen Stiefel rechnen". Seit zweitausend Jahren sammeln sich bereits die Stiefel.

    Foto © ©-xiller_Fotolia

    Das Prophezeien des Weltuntergangs ist keinesfalls eine moderne Erfindung - bereits in der Antike wurde das Ende vorausgesagt. Dass stete Ausbleiben der Apokalypse entmutigte aber weder Theologen, Astronomen und Wahrsager, noch ihre Anhänger, die den Prognosen, so absonderlich sie auch sein mochten, Glauben schenkten. Hier eine Auswahl seit Christi Geburt.

    30 - Im Markus-Evangelium sagt Jesus das nahe Ende der Welt voraus: "Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie sehen das Reich Gottes kommen mit Kraft." Nach der Auferstehung erwarteten die Gläubigen den Jüngsten Tag praktisch stündlich.

    500 - Der römische Kirchenschriftsteller und Gegenpapst Hippolytus geht davon aus, dass die Erde 5.500 v. Chr. erschaffen wurde und insgesamt 6.000 Jahre alt werden würde.

    999/1000 - Papst Sylvester II verkündet, dass um Mitternacht des 31. Dezembers 999 die Welt untergehen wird. Die Christenheit verfällt in Hysterie. Sylvester erklärt danach, seine Gebete hätten den Untergang verhindert.

    1033 - Nun soll es tatsächlich so weit sein: Man dürfe nicht Christ Geburt als Ausgangspunkt nehmen, sondern seine Kreuzigung. Also müsse man 33 Jahre dazuzählen.

    1186 - Der Astronom Johannes von Toledo sagt 1179 voraus, dass der Weltuntergang sieben Jahre später mit Erdbeben und Stürmen eingeläutet würde. Im September dieses Jahres stehen sämtliche Planeten im Zeichen der Waage - ein sicheres Zeichen für das kommende Ende. In Europa bricht wieder einmal eine Massenhysterie aus. In Deutschland werden Unterstände gegraben, der Kaiser von Byzanz lässt alle Fenster seines Palasts vermauern.

    1524 - Mehrere Astronomen setzen für den 1. Februar den Weltuntergang fest, da sich die Planeten Jupiter, Saturn und Mars im Sternbild der Fische treffen - ein untrügliches Zeichen für eine Sintflut. 20.000 Londoner fliehen auf die umliegenden Hügel, um Gott beim Ende der Welt näher zu sein.

    1532 - Martin Luther verkündet für dieses Jahr den Weltuntergang. Als dieser ausbleibt, soll es dann 1538 und schließlich 1541 so weit sein. Danach legt er sich nicht mehr fest.

    1533 - Der deutsche Theologe Michael Stifel deutet mit der sogenannten Wortrechnung Texte und Buchstaben der Bibel mathematisch und präsentiert sein Ergebnis: Am 19. Oktober 1533 um 8.00 Uhr kommt das Ende. Als der Untergang nicht eintrifft, wird er für vier Wochen festgenommen. Die Redewendung "einen Stiefel rechnen" geht auf ihn zurück.

    1814 - Miss Southcott, eine 64-jährige Jungfrau, glaubt, mit dem neuen Messias, Shiloh, schwanger zu sein. Kurz nach seiner Geburt würde die Welt untergehen, lediglich ihre Anhänger würden gerettet. Diese werden enttäuscht als die Seniorin stirbt, ohne ein Kind geboren zu haben. Ihre mehr als 100.000 Anhänger entscheiden jedoch kurzerhand, dieses sei in den Himmel gefahren und würde später zurückkehren.

    1874 - Taze Russell, Gründer der Zeugen Jehovas, sagt den Weltuntergang voraus - und verlegt diesen "enttäuscht" auf den 1. Oktober 1914. Auch einige weitere Termine verstreichen ohne das prophezeite Ende.

    Mai 1910 - Der Halleysche Komet nähert sich der Erde. Hysterie bricht aus: Tausende in Europa versammeln sich in Kirchen und beichten ihre Sünden, Hunderte begehen Selbstmord, andere verschenkten Haus und Hof oder geben sich Vergnügungen hin.

    1969 - Für Charles Manson steht fest, dass die Welt 1969 untergeht. Er behauptet, die Beatles wären Engel der Apokalypse und ihre Songs wie "Helter Skelter" oder "Revolution Number 9" enthielten kryptische Botschaften über die Zukunft.

    1997 - 92 Prozent der 120.000 Mitglieder der Internationalen Hellsehervereinigung haben die selbe Vision: Ende 1997/Anfang 1998 sollen die Religionen einen Aufschwung erhalten, die Meere kleiner, die Wüsten größer werden. Das Wetter würde verrückt spielen, die Naturgesetze nicht mehr gelten und Dämonen erscheinen. 2001 wäre die Menschheit endgültig vernichtet.

    März 1998 - 150 Mitglieder der christlich-buddhistischen Sekte "God's Salvation Church" aus Taiwan versammeln sich in Garland, Texas. Sie gehen davon aus, dass Gott dort am 25. März auf Kanal 18 eine Fernsehansprache halten würde. Wenige Tage später, am 31. März um 10.00 Uhr, sollte er als Mensch erscheinen. Dabei würde er das Äußere des Sektenführers Hoh-Ming Chen annehmen. Im Fernsehen kam jedoch ein anderes Programm.

    1998 - Die "Church of SubGenius" glaubt, dass der 5. Juli der langersehnte "X-Day" sei. Außerirdische würden vom Planeten XISTS landen und die Auserwählten auf die Raumschiffe des Sexgottes beamen. Der Rest der Bevölkerung würde anschließend sehr, sehr langsam vernichtet werden. Als der "X-Day" nicht eintrifft, hat der Hohepriester eine Antwort parat: Leider sei das Artefakt, auf dem das Datum vermerkt sei, auf den Kopf gestellt worden - nicht 1998, sondern 8661 sei das korrekte Jahr.

    Juli 1999 - Prophezeiung des Nostradamus, Vers 10/72: "Jahr Neunzehnhundert Neunundneunzig, im siebten Monat/ wird vom Himmel der große Schreckenskönig kommen."

    2000 - Wegen des Jahreswechsels könnten wegen der in vielen Computersystemen eingesetzten zweistelligen Jahreszahl "00" sowohl das Jahr 1900 als auch das Jahr 2000 bezeichnet werden. Das wäre eine inakzeptable Mehrdeutigkeit eines Wertes. Entsprechende Katastrophen werden wegen des "Millennium-Bugs" ("Y2K-Bug) vorhergesagt: Rechnerabstürze würden sicherheitsrelevante Bereiche (Banken, Industrie, Kraftwerke oder Atomwaffen) fehlschalten oder lahmlegen. Die Verantwortlichen haben jedoch vorgebeugt.

    2003 - In Eatonton, südöstlich von Atlanta, haben sich 80 Afroamerikaner mit ihrem Häuptling Black Eagle Malachi York einen Zufluchtsort geschaffen: Tama-Re. Dort soll ein Raumschiff landen und 144.000 Auserwählte mitnehmen. Dieses bleibt jedoch aus.

    2008 - Kritiker des Teilchenbeschleunigers LHC im Schweizer Genf befürchten bei der Inbetriebnahme des Geräts am 10. September das Entstehen Schwarzer Löcher im Mini-Format. Diese könnten die Erde zerstören.

    2012 - Die Maya hielten dieses Jahr für das Ende ihres Kalenders. Im Dezember soll die Welt vergehen.

    2060 - Sir Isaac Newton kam durch die Auswertung von Bibelversen auf dieses Datum.

    2076 - Einige Sekten erwarten den Weltuntergang im Jahr 1.500 des muslimischen Kalenders - laut christlicher Zeitrechnung wäre das 2076.


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