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Zuletzt aktualisiert: 08.11.2011 um 21:09 UhrKommentare

Vulkan-Ausbruch: Die Gefahr kann man riechen

Vor der Kanaren-Insel El Hierro zischt es aus dem Meer, die See bebt: Unter Wasser brodelt der Vulkan und vom Meer weht ein Schwefelgeruch auf das Land. Ein Ausbruch dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Rauch unter Wasser: Der Krater spuckt weiter

Foto © APARauch unter Wasser: Der Krater spuckt weiter

"Die Wahrscheinlichkeit eines neuen Ausbruchs ist sehr groß", sagen besorgte Vulkanforscher. Der neue Krater werde sich vermutlich auf dem Inselsockel im Meer bilden, aber auch eine Eruption auf dem Land wird nicht ausgeschlossen. Das kanarische Vulkanologiezentrum meldet dreifach erhöhte Kohlendioxid-Werte, was auf weitere Ausbrüche hindeutet. "Das Monster steigt aus dem Wasser", schreibt die spanische Zeitung "La Provincia" in dicken Lettern. Die Menschen auf der paradiesischen Urlaubsinsel geraten zusehends in Panik.

Schon am Wochenende mussten Hunderte Einwohner ihre Wohnungen im Süden von El Hierro verlassen. Und sie tun das gern, denn die Bewohner riechen die Gefahr regelrecht: Ein fauliger, schwefeliger Geruch weht vom Meer her aufs Land.

Zuletzt ließen zwei Seebeben der Stärke 4,3 und 4,4 auf der Richterskala die Häuser auf der nördlichen Inselhälfte erzittern - die Epizentren lagen etwa zwei Kilometer vor der Küste. "Teller, Gläser, Fenster und Türen" wackelten heftig, meldeten Bewohner. "Bilder an der Wand pendelten, Möbel vibrierten, Putz fiel von einigen Wänden."

Neuer Krater

Die heftigen Erschütterungen, denen Dutzende kleinere Beben folgten, könnten das Aufbrechen eines neuen Kraters im Nordwesten der Insel ankündigen. Auf El Hierro, der kleinsten Kanaren-Insel, leben knapp 11.000 Menschen. Mit einem ähnlich starken Beben hatte am 10. Oktober 2011 der Vulkanausbruch vor der südlichen Inselhälfte begonnen.

Dort strömen seitdem aus einem Unterwasserkrater etwa 1,5 Kilometer vor der Küste Lava und giftige Gase aus. Das kleine südliche Urlaubsdorf La Restinga musste vorübergehend geräumt werden. Lava- und Schlackereste haben inzwischen einen grün-braunen Teppich auf der Meeresoberfläche gebildet, der jetzt praktisch die ganze Insel umgibt.


Unterwasservulkan vor Kanareninsel

Grafik © KLZ

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