Propofol: Umstrittenes Narkotikum
In Innsbruck starb ein dreijähriges Mädchen an der Nebenwirkung von Propofol. In Kärnten wird dieses Mittel bei Kindern nur eingeschränkt verwendet.

Foto © Reuters/ProuserZu trauriger Berühmtheit kam das Narkosemittel Propofol als mögliche Ursache für den Tod des "King of Pops" Michael Jackson
Nach dem Tod einer Dreijährigen an der Innsbrucker Kinderklinik hat es am Freitag Diskussionen um die Verwendung des Narkosemittels Propofol bei Kindern gegeben. "Zugelassen ist es bei Kindern für die Einleitung und die Aufrechterhaltung einer Narkose bei Operationen", sagt Marcus Müllner, Chef der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, die dem Gesundheitsministerium untersteht. Das Mittel sei allerdings für eine Sedierung (hierbei wird die Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel erwirkt) über eine längere Zeit nicht zugelassen. Das Mädchen lag mindestens 36 Stunden im künstlichen Tiefschlaf.
Auch das Klinikum Klagenfurt und das Landeskrankenhaus Villach verwenden kein Propofol bei Kindern im Falle einer Dauersedierung. "Wir wissen von den Nebenwirkungen, die leider nie ausgeschlossenen werden können. Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen", sagt Rudolf Likar, Primar der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin im Klinikum Klagenfurt. Bei jedem 10.000. Patienten kann es zu einer Rhabdomyolyse, zu einer Auflösung der quer gestreiften Muskelfasern, wozu auch die Skelett- und Herzmuskulatur gehören, kommen. "Aufgrund dieser Gefahr verwenden wir Propofol für eine Sedierung bei Kindern nicht." Likar kann sich an einen Zwischenfall in den vergangenen 20 Jahren erinnern. "Es passierte bei einem Erwachsenen, wir haben sofort reagiert und eine Dialyse eingeleitet."
Auch im LKH Villach muss das Narkotikum Propofol für eine Dauersedierung bei Kindern wie im Innsbrucker Spital nicht untersagt werden. "Wir setzen es dafür nicht ein", sagt Robert Birnbacher, Primar der Abteilung Kinder- und Jugendheilkunde.











