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Zuletzt aktualisiert: 30.10.2011 um 21:19 UhrKommentare

Duell der Oligarchen in London vor Gericht

Superreiche Russen streiten vor dem High Court in London um ein Vermögen. Der Prozess gewährt auch Einblicke in die Welt der Milliardäre.

Boris Beresowski (links) vs. Roman Abramowitsch

Foto © APBoris Beresowski (links) vs. Roman Abramowitsch

Es geht um Macht, Einfluss, Frauen und Intrigen - und um Geld. Viel Geld. Vor dem Londoner High Court streiten zwei russische Oligarchen der Extraklasse: Roman Abramowitsch (44), Eigner des Fußballklubs FC Chelsea und Besitzer der teuersten Jacht der Welt, und sein ehemaliger Pate, Boris Beresowski. Sein Vermögen wird nur noch auf 536 Millionen Euro geschätzt - das von Abramowitsch auf 10,3 Milliarden.

Reich wurden beide unter anderem mit Geschäften um russisches Öl. Jetzt will Beresowski, der in Moskau und Brasilien per Haftbefehl gesucht wird, von Abramowitsch 3,65 Milliarden Euro haben. Um diese Summe habe Abramowitsch ihn betrogen, als es um den Verkauf eines Aktienpaketes des russischen Ölkonzerns Sibneft ging. Abramowitsch bestreitet das.

Das Geld - zwei Milliarden US-Dollar - sei nur als Dank an Beresowski geflossen für das Einfädeln der Geschäfte und für dessen "Schutz". Solchen Schutz gebe es in Russland "politisch und körperlich", so Abramowitsch. Beresowski-Anwalt Mark Hastings nennt das "lächerlich".

Beresowski hatte zu Zeiten des russischen Präsidenten Boris Jelzin Zugang zum engsten Zirkel des Kreml. Abramowitsch kam durch ihn günstig an das lukrative Öl, Jelzin konnte mit dem Verkauf der staatlichen Geschäfte Wahlkampfgelder lockermachen und Beresowski verdiente als Strippenzieher mit.

Doch dann musste Jelzin gehen. Es begann die Ära von Wladimir Putin, und die Karten im großen Casino Russlands wurden völlig neu gemischt. Putin boxte Beresowski aus dem Land. Der heute 65-Jährige musste im Jahr 2000 seine Heimat gen Frankreich verlassen und landete 2003 schließlich im Exil in London. Kurz vor der Flucht habe Abramowitsch ihm die Sibneft-Aktien abgeschwatzt, sagt er. Nicht zum Marktpreis, versteht sich. Um die Milliarden-Differenz zwischen bezahltem Betrag und marktgerechter Bezahlung geht es jetzt vor Gericht.


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