Notstand in italienischen Unwettergebieten ausgerufen
Die verheerenden Unwetter in Italien forderten mindestens sieben Todesopfer. Die Regierung stellt 65 Millionen Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung. Die Bahnlinie zwischen Genua und der Hafenstadt La Spezia bleibt bis Sonntag gesperrt.

Foto © APBlick auf das verwüstete Vernazza
Nach den schweren Unwettern in Norditalien hat die Regierung in Rom am Freitag den Notstand für die Krisengebiete erklärt. Dadurch soll schnelle Hilfe ermöglicht werden. Besonders betroffen sind die Regionen Ligurien und Toskana. Die Regierung stellt 65 Millionen Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung. Hinzu wurde das Heer für Aufräumarbeiten entsendet. Hunderte Menschen konnten wegen akuter Erdrutschgefahr auch am Freitag nicht in ihre Häuser zurück.
Am Freitag wurde in Cassana nahe der ligurischen Hafenstadt La Spezia die Leiche eines Rumänen geborgen. Der Mann starb unter den Trümmern seines Hauses, das von einer Schlammlawine weggerissen wurde. Die Unwetter haben damit mindestens sieben Menschen das Leben gekostet, nach sechs Vermissten wird noch gesucht.
Gefahr von weiteren Schlammlawinen
In der Toskana besteht weiterhin die Gefahr von Schlammlawinen. 200 Einwohner der Ortschaft Mulazzo mussten aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen und wurden in einer Turnhalle untergebracht.
Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die "Cinqueterre" am ligurischen Meer: Schlamm und Geröll verlegten Vernazza und Monterosso. Vernazza, das als einer der schönsten Orte der ligurischen Küste gilt, könnte nach den Überschwemmungen zu einem Gespensterdorf werden, warnten die Behörden: "Die Einwohner verlassen Vernazza." Die Bahnlinie zwischen Genua und der Hafenstadt La Spezia bleibt bis Sonntag gesperrt.
In Ligurien hatte es stundenlang sintflutartige Niederschläge gegeben. Häuser und Brücken stürzten ein, Straßenverbindungen wurden unterbrochen. Schätzungen zufolge betragen die Schäden über 90 Millionen Euro.











