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Zuletzt aktualisiert: 26.10.2011 um 05:10 UhrKommentare

Brandserie: Polizei zerstörte Tat-Video

Altes Videogerät der Polizei vernichtete Beweisbilder vom Tatort. 50-Jährige wurde trotzdem wegen Brandstiftung angeklagt, kam aber frei.

Foto © Weichselbraun/Sujet

Die Leute haben mit Finger auf meine Mandantin gezeigt," sagt der Spitaler Anwalt Gustav Ortner. Die Frau war von den Ermittlern des Landeskriminalamtes als Brandstifterin verdächtigt worden. "Beweisgrundlage war ein Video vom Tatort." Allein: Die Aufnahmen mit der angeblichen Brandstifterin wurden von Polizisten versehentlich vernichtet.

Als die Kleine Zeitung nun über einen Bauern aus Althofen berichtete, der zu Unrecht als Brandstifter verdächtigt wurde, kamen bei der 50-Jährigen alle Erinnerungen wieder hoch. In der Nähe ihres Hauses in der Gemeinde Weißensee war es zu einer unheimlichen Brandserie gekommen. "Immer wieder wurde ein großes Holzlager in Brand gesteckt, an das ein Wohnhaus grenzte", so Ortner. Viele Bewohner waren beunruhigt. Daher installierten Polizisten eine Videoüberwachung am Tatort. "Plötzlich standen die Ermittler des Landeskriminalamtes vor meiner Mandantin und rieten ihr zu gestehen, weil sie auf dem Video als Brandstifterin zu erkennen sei," sagt Ortner. Die Frau schaltete ihren Anwalt ein. Als dieser das Beweisvideo sehen wollte, bekam er von den Polizisten eine DVD. "Doch darauf war nur Holz zu sehen und später ein Feuerwehreinsatz. Die Sequenz mit der Brandstiftung fehlte komplett", so Ortner. Trotzdem kam es zu einer Anklage. "Meine Mandantin musste sogar zu einem psychiatrischen Gutachter, der ihre Zurechnungsfähigkeit prüfte. Die Frau war fertig", erzählt Ortner. "Erst nach mehreren Prozessrunden wurde sie im Vorjahr freigesprochen. Doch noch heute belastet sie das Ganze." Grund für den Freispruch waren auch verwirrende Aussagen der Ermittler. Einer sagte vor Gericht, das Gesicht der Frau war auf dem Video zu erkennen, bevor es vernichtet wurde. Ein anderer sagte, das Gegenteil.

Christian Martinz, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes meint: "Die Videoqualität war generell schlecht. Dann hat ein altes Abspielgerät die Videokassette gefressen. Das Bildmaterial war leider zerstört und nicht mehr herstellbar. Ein Ziel haben wir aber erreicht. Durch die Ermittlungen wurde der Täter verschreckt, die Brandserie riss ab." Nun arbeite man mit modernerer Videotechnik.

MANUELA KALSER

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