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Zuletzt aktualisiert: 25.10.2011 um 12:02 UhrKommentare

18-Jähriger muss sich wegen Mordes verantworten

In Niederösterreich steht ein 18-Jähriger vor Gericht. Er im März dieses Jahres einen 16-Jährigen erstochen haben. 14 Mal soll er mit einem Messer auf den Burschen eingestochen haben. Der Angeklagte bestreitet die Tötungsabsicht.

Foto © APA

Ein 18-jähriger Bursch stand heute, Dienstag, in Wiener Neustadt wegen Mordes vor Gericht. Er soll vor sieben Monaten seinen damals 16-jährigen Freund getötet haben. "Er hat ihn mit 14 Messerstichen regelrecht niedergemetzelt", warf die Staatsanwältin dem Burschen vor. Der Angeklagte gab die Tat zwar zu, leugnete aber die Tötungsabsicht. Die Verteidigung plädiert auf "Notwehrüberschreitung."

Es geschah am 27. März in einem kleinen Dorf im südlichen Niederösterreich: Die zwei Burschen, seit sechs Jahren befreundet, durchzechen die Nacht. Es fließt viel Alkohol. Man wird aggressiv, unkontrolliert. Der Ältere schlägt eine Fensterscheibe ein. Der Jüngere weiß nichts Besseres, als den Freund zu "verpetzen". Indem er über Notruf die Bezirksleitstelle anruft und darüber informiert.

Das sollte quasi sein Todesurteil sein. "Aus Zorn über die von ihm erniedrigend empfundenen Folgen der 'Denunzierung' durch seinen Freund (...) fasste der Angeklagte den Entschluss diesen zu töten", formuliert es die Wiener Neustädter Staatsanwältin Petra Harbich in der Anklageschrift.

Anschließend ging der damals 17-Jährige nach Hause und wollte sich niederlegen. "Ich bin in mein Zimmer und war so froh, dass die Situation vorbei war." Aber der Jüngere kam nach, trat gegen das Gartentor. "Er hat nur provoziert und mich geärgert", sagte der Angeklagte jetzt vor den Geschworenen. Deshalb habe er ein Küchenmesser an sich genommen, als er wieder außer Haus ging.

Der angeklagte Bursch versuchte dem Gericht zu erklären, wie danach die Situation dermaßen eskalieren konnte, dass er seinem Freund 14 Mal das Messer in Brust- und Schläfenbereich rammte, bis die Klinge abbrach. Er habe sich vor dem aggressiven Burschen gefürchtet. "Es war ein Autoritätsgefälle zwischen den beiden, mein Mandant war immer der Schwächere", meinte Verteidigerin Eva Maria Sluka-Grabner.

"Ich habe schnell gestochen ... in die Brust ..., weil ich Ruhe haben wollte und er sich noch bewegt hat", gab der Angeklagte zu: "Ich hatte einfach nur Angst, wirklich. Dass er tot sein könnte, daran hab ich nicht gedacht."


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